Paula Ormaechea und Josef Riegler als große Sieger. Die Argentinierin Paula Ormaechea und Lokalmatador Josef Riegler bei den „Rollis“ strahlten heuer bei der Siegerehrung um die Wette.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 17. September 2019 (01:01)
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Josef Riegler in Ekstase. Erstmals kann er sein Heimturnier in St. Pölten gewinnen, und das nach 2:5, 0:40-Rückstand im dritten Satz.

Mit der Argentinierin Paula Ormaechea holte sich eine ehemalige Nummer 59 der Weltrangliste holte sich beide Titel (Einzel und Doppel) beim 14. ITF MaZdainitennis Open presented by Sportland NÖ, dem größten und bedeutendsten Tennisturnier des Landes. Erstmalig war das Turnier im Sportzentrum NÖ bei dem Spielerinnen aus 29 Nationen am Start waren, mit 25.000 Dollar dotiert. Beim gleichzeitig stattfindenden 3. ITF Wheelchair Open triumphierte Lokalmatador Josef Riegler.

Nach Ausfall von Haas sprang Grabher ein

Das österreichische Damentennis gab ein deutliches Lebenszeichen! Das gesamte FedCup-Team hatte genannt und jede Einzelne, bis auf Barbara Haas, die kurzfristig verletzungsbedingt absagen musste, konnte überzeugen. Die Vorarlbergerin Julia Grabher unterlag erst im Halbfinale der späteren Siegerin, Melanie Klaffner und Sinja Kraus erreichten die zweite Runde, Mira Antonitsch, Veronika Bokor und Anna Größ, Schülerin des Sportleistungsmodells St. Pölten, unterlagen nach ansprechenden Leistungen.

NOEN
Auch die Argentinierin Paula Ormaechea hat sich zurückgekämpft.

Die Idee in der gleichen Woche neben dem Profiturnier auch ein internationales Rollstuhlturnier zu veranstalten begeisterte sowohl die „Geherinnen“ als auch die Rollstuhlspieler. Diese Kombination, die es sonst nur bei den Grand-Slam-Turnieren gibt, ist einfach das Paradebeispiel für gelungene Integration. Und einem Lokalmatador war es vorbehalten den absoluten Triumph zu feiern. Der Texingtaler Josef Riegler, der auf Grund des starken Teilnehmerfeldes hinter Nico Langmann, Martin Legner und Marek Gergely diesmal im Rollstuhlbewerb „nur“ an Nummer vier gesetzt war, feierte seinen bisher größten Erfolg. Im Halbfinale gab er gegen die österreichische Rollstuhltennislegende Legner nur drei Games ab, um dann im Finale ein unglaubliches Match zu spielen — 2:5, 0:40, lag er gegen den Slowaken Gergely im dritten Satz bereits zurück, wehrte nach einem Schlägerwechsel fünf Matchbälle ab und machte mit dem Turniersieg einen Riesenschritt in Richtung Paralympics in Tokio. Zum „Drüberstreuen“ holte er sich mit Partner Thomas Flax auch den Doppeltitel.

Nicht klar war aber nach dem Doppelfinale, ob er den Flieger nach Tel Aviv erreichen würde. Dort hätte er bereits am Montagabend den Start in sein nächstes Qualifikationsturnier. „Da wären, in der derzeitigen Form, sicher einige Punkte abzuholen“, meinte er.

Die Türkin Un feiert einen Favoritensieg

Das erstmals ausgetragene Damenturnier bei den Rollstuhlfarerinnen sicherte sich die Topfavoritin aus der Türkei. Busra Un war bereits vor vier Jahren in Rio bei den Paralympics am Start und ist auch für Tokio fast schon fix qualifiziert. Die Atmosphäre des Turniers in St. Pölten hat sie genossen: „Es war wie ein Heimspiel für mich, denn bei jedem meiner Matches waren fünf bis zehn Leute aus der türkischen Community zum Daumendrücken da“, strahlte sie.