Selina Kickinger bei Weltcups am Start. Die Böheimkirchnerin Selina Kickinger bereitet sich für Starts in Koper und Gent vor. Hauptziel ist aber die WM in Stuttgart.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. April 2019 (01:55)
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Selina Kickinger mit Trainerin Agnes Hodi und Peter Schwarzenpoller von der Union Böheimkirchen.

Selina Kickinger wird vom österreichischen Turnverband zwar nicht zur EM entsandt, allerdings darf sie an Weltcupbewerben teilnehmen. „Diese Entscheidung zeigt, dass für den Verband vor allem finanzielle Gründe ausschlagegebend waren, denn die Weltcups sind ja viel hochwertiger als die EM, aber dafür muss der Verband nichts zahlen“, ist Trainerin Agnes Hodi nicht zufrieden damit, dass nur Bianca Frysak vom Wiener Verband nominiert wurde. Zumal auch die Übung von Kickinger bei den Qualibewerben hochwertiger gewesen sei.

„Selina hat nach ihrer langwierigen Verletzung das Programm aber noch nicht ganz fehlerfrei absolvieren können, sodass Frysak knapp vor ihr landete“, sieht Hodi bei ihrem Schützling aber mehr Potenzial. „Zumal sie jetzt im Training schon in Topform ist.“ Und entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Weltcupbewerbe, die noch im Frühjahr in Szene gehen. Nach NÖ- (4. Mai) und OÖ-Meisterschaft (11. Mai) wird Kickinger am 31. Mai/1. Juni im slowenischen Koper beim Weltcup an den Start gehen. „Starts an zwei Geräten pro Turnerin sind möglich“, erklärt Hodi.

Und schon von 8. bis 10 Juni geht es in Gent bei den Flandern International weiter. Dort wird Kickinger im dreiköpfigen Nationalteam im Teambewerb an den Start gehen. „Das ist ein Mehrkampf, an dem alle vier Geräte gefordert sind“, weiß Kickinger, die sich danach für die WM im Oktober qualifizieren will. Chance dazu hat sie bei zwei Bewerben im August.

„Auch nicht günstig, weil zu spät für einen geordneten Formaufbau für die WM“, findet Hodi, die aber überzeugt ist, dass Kickinger Chancen hat, sich für Stuttgart zu qualifizieren. „Wenn Selina gesund bleibt, dann ist sie dabei!“ Schon die Frühjahrs-Weltcups seien aber wichtig, um im Verband auf sich aufmerksam zu machen.

Zahlen müssen sich die österreichischen Turnerinnen ihre Weltcupeinsätze übrigens selbst. Ihr Stammverein Union Böheimkirchen mit Obmann Peter Schwarzenpoller steuert etwas bei und mit der ATC-Metallwelt konnte auch ein erster Sponsor für Kickinger gewonnen werden. „Ganz sind damit die Kosten aber nicht gedeckt“, hofft sie auf weitere Förderer. „Eine Investition in Selina zahlt sich aus, denn keine ist ehrgeiziger als sie“, betont Schwarzenpoller.