Ivona Dadic startet intensive Vorbereitungsphase. Die Parade-Siebenkämpferin der Sportunion St. Pölten trainiert mit ihrem Trainer Philipp Unfried traditionell auf den Kanaren.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (01:50)
Ivona Dadic bei den Leichtathletik-Staatsmeisterschaften in St. Pölten im Kugelstoßbewerb.
Claus Stumpfer

Seit einer Woche befindet sich Ivona Dadic wie bereits in den vergangenen Jahren im Wintertrainingslager auf den Kanaren. „Bis zuletzt hat sie auf Grund der immer wieder verschärften Maßnahmen, ausgelöst durch die sehr hohen Corona-Infektionszahlen, gezittert, ob das Trainingslager stattfinden kann oder ob eine Absage in letzter Minute nötig sein würde“, ist auch ihr St. Pöltner Trainer Philipp Unfried froh, das Programm mit seinem Aushängeschild nun doch wie geplant durchziehen zu können. „Und auch dem Rummel nach der Sportlerwahl konnte sie so entfliehen, denn die letzten Tage vor der Abreise waren doch vollgespickt mit Presseterminen“, erzählt ihr Langzeit-Coach, der sich freut, dass sein Schützling heuer ohne Verletzung in die Vorbereitung geht. „Das ist heuer kein Vergleich zur Situation im letzten Jahr, als wir auf Teneriffa erst mit einem Aufbauprogramm das Training nur ganz langsam wieder hochfahren konnten“, erzählt Unfried, dass heuer alle Inhalte planmäßig abgespult werden. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man sich nicht durch vergangene Verletzungen in kleinen oder kleinsten Schritten vorarbeiten muss“, weiß auch Dadic dies zu schätzen.

Sportlerehrung war Stress, aber tolle Sache

Schon die letzten Wochen daheim war beinhart trainiert worden, erst in der Woche vor dem Abflug gab es eine Regenerationswoche. Und dass diese nicht wirklich als solche genützt werden konnte, war für Dadic sogar eine erfreuliche Sache. „Man wird nicht jedes Jahr Österreichs Sportlerin des Jahres“, weiß auch sie, dass speziell Leichtathletinnen bei dieser Ehrung nicht allzu häufig zum Zug kommen.

„Die Motivation vor dem Olympiajahr stimmt jedenfalls jetzt wieder“, sagt Dadic, die im Herbst noch Sorge hatte, dass es ein Deja-vu geben könnten und im März, wieder im letzten Moment, alle Bewerbe abgesagt werden könnten.

„Natürlich ist die Situation in Österreich im Moment nach wie vor dramatisch, aber wir haben erstens in den Wochen vor dem Abflug wirklich alles getan, um das Risiko krank zu werden zu minimieren, und zweitens, ist die Lage auf den Kanaren wahrscheinlich die beste und sicherste in ganz Europa“, sagt Unfried, der Covid-19 von Anfang an sehr ernst nahm. „Sportler sind in einer echt privilegierten Situation, die auch während des Lockdowns ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen dürfen und dessen sollte man sich schon bewusst sein“, hat er in seiner Trainingsgruppe ständige Covid-19-Tests angeordnet. „Mir ist es wichtig, dass wir mit einem guten Beispiel vorangehen und ein ordentliches Präventionskonzept haben.“ Und Dadic pflichtet bei: „Natürlich ist es nicht angenehm, wenn man ein paar Mal die Woche diese Stäbchen in die Nase geschoben bekommt, aber man überlebt es und ist zur Sicherheit aller.“