Sportland NÖ womens|kids tour: Spannung bis zum letzten Sprint

Erstellt am 25. Juni 2022 | 02:56
Lesezeit: 4 Min
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Organisator Florian König, Markersdorfs Bürgermeister Fritz Ofenauer und NÖ-Radpsortpräsident Jürgen Brettschneider (v. l.) übergaben die Trikots an Pikuli (gelb und orange), Brzezna (blau) und Kvasnickova (weiß).
Foto: NOEN
Polnischer Doppelsieg bei den Frauen. Slowene Kuntaric gewinnt Kids-Tour.

Betonplatten, enge Kurven, Wind und sehr hohe Temperaturen (34 Grad) – das waren die Zutaten beim Finale der diesjährigen Sportland NÖ Womens & Kids Tour in Markersdorf. Zwanzig Runden (80 km) waren vor den Augen zahlreicher Promis, darunter Markersdorfs Bürgermeister NR Friedrich Ofenauer und NÖ Radverbandspräsident Jürgen Brettschneider, die dann auch die Siegerehrung vornahmen.

Hohes Tempo vom Start weg

Mit dem Maxx-Solar-Team der Gesamtführenden Katharina Fox aus Deutschland, die gern „ungefährliche“ Fahrerinnen ziehen lassen wollte und der Atom-Deweloper-Mannschaft der zweit- und drittplatzierten polnischen Damen, welche die acht beziehungsweise 16 Sekunden-Rückstand über die Bonussekunden bei den Zwischensprints und im Ziel wettmachen wollten, konnten die Taktiken der Favoritinnen unterschiedlicher nicht sein.

Hohes Tempo vom Start weg war die logische Folge und es gelang den Polinnen nach der ersten Sprintwertung eine vierköpfige Spitzengruppe mit ihren beiden Kapitäninnen Monika Brzezna und Daria Pikulik zu formieren. Fox konnte dieser Attacke zunächst aber folgen und mit der Tschechin Nikola Bajgerova wuchs der Vorsprung dieses Quartetts rasch auf fast zwei Minuten an. Die Fahrerinnen um den Toursieg waren somit unter sich.

Fox versuchte mit viel Führungsarbeit das Rennen von vorn zu kontrollieren, auf den letzten Runden lancierten die beiden Polinnen dann aber abwechselnd Attacken. Die Deutsche konnte zwar einige Angriffe parieren, musste aber drei Runden vor Schluss Pikulik und dann auch Brzezna sowie Bajgerova ziehen lassen. Pikulik konnte ihren Vorsprung bis ins Ziel auf fast eine Minute ausbauen und neben ihrem dritten Etappensieg auch den Gesamtsieg holen. Zusätzlich war ihr das Gatorade-Punktetrikot schon vor der Schlussetappe nicht mehr zu nehmen.

„Danke an meine Kolleginnen! Wir haben vier Tage lang super zusammengearbeitet und sind mit dem Sieg belohnt worden“, freute sich die Olympiastarterin auf der Bahn von Tokio über ihren Triumph.

Die Abstände und Zeitbonifikationen auf der Schlussetappe sorgten für einen Sekundenkrimi um die weiteren Podestplätze im Gesamtklassement: Brzezna sichert sich schließlich Rang zwei und auch Bajgerova kann sich noch um insgesamt weniger als eine Sekunde an Fox vorbeischieben und als Dritte die Rundfahrt beenden.

Aus österreichischer Sicht war am letzten Teilstück Johanna Martini als starke Neunte die Bestplatzierte. Unverändert blieb Nationalteam-Fahrerin Daniela Schmidsberger in der Gesamtwertung am achten Rang klassiert.

Von den hundert Athletinnen aus 13 Nationen war als fünftplatzierte Eliska Kvasnickova (CZE) die beste Juniorin, gewann vor Schmidsberger das Raiffeisen-Nachwuchstrikot.

Im Nachwuchs sind die Positionen rasch bezogen

Für die Nachwuchsfahrer männlich U 15 und weiblich U 17 standen am Schlusstag zehn Runden (40 Kilometer) am Programm. Die Positionen im Gesamtklassement weitgehend bezogen, entwickelte sich dennoch ein spannendes Rennen mit vielen Ausreißversuchen,. In einem packenden Sprint einer gut 20-köpfigen Spitzengruppe auf der langen Zielgerade hatte nach 1:06 Stunden Fahrzeit Max Jerzyna aus Thüringen die schnellsten Beine. Die Ehrenplätze belegten Jan-Ole Adam (GER) und der „Gelbe“ Vanja Kuntaric (SLO), der somit sein Sportland-NÖ-Führungstrikot sicher ins Ziel brachte. Zudem holte er sich das Gatorade-Punktetrikot.

Nur um einen Hauch verpasste der beste Österreicher Santiago Wrolich als Etappen-Vierter einen Podestplatz. Max Jerzyna und Jan-Ole Adam (beide GER) belegten gesamt die Ränge zwei und drei, wohingegen Nela Kankovska (CZE) ihr Raiffeisen-Trikot für das beste Mädchen U 17 ebenfalls souverän ins Ziel brachte. Schon am Vortag fixierte Jonas Schoby aus Kärnten sein Sportstadt St.-Pölten-Bergtrikot.

Mit diesem für Radsportfans hochkarätigen Finaltag ist die Sportland NÖ Womens & Kids Tour nicht nur sportlich sondern auch organisatorisch mit viel Lob zu Ende gegangen. „Diese Rundfahrt hatte internationales Topniveau“, meinte etwas auch der Schweizer Jugendnationalteamtrainer, der mit einer jungen Mädchentruppe am Start war. Auch die meisten Teilnehmerinnen zollten OK-Chef Florian König vom Veranstalterverein STP Cycling Club Lob. „Wir kommen sicher wieder“, meinten etwa die Polinnen noch am Siegespodest.

„Es war ein viertägiges Radsportfest. Großer Dank gilt meinem Team, allen Gemeinden und Sponsoren für ihre Unterstützung sowie unseren Hotelpartnern“, bilanzierte auch König zufrieden.

Die nackten Zahlen sprechen für sich. Mit über 2000 Nächtigungen ist die größte Rundfahrt heuer in Österreich auch ein Wirtschaftsfaktor. Tausende Zuseher waren via Livestream dabei. Die Planungen für 2023 laufen bereits. „Fast alles hat perfekt funktioniert“, sieht König keinen großen Änderungsbedarf.