Benjamin Karl bleibt weiter im Gelben Trikot. Wilhelmsburger behält Weltcupführung, Toptalent Domink Burgstaller gewinnt Junioren-FIS-Rennen in Deutschland.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 13. Januar 2021 (01:26)
Benjamin Karl
Arvid Auner

Beim Snowboard-Weltcup-Parallelriesentorlauf im schweizerischen Scuol verteidigte der Wilhelmsburger Benjamin Karl von Union Trendsport Weichberger seine Führung in der Zwischenwertung im Weltcup (1610 FIS-Punkte). Er wird daher beim Heimrennen in Bad Gastein am Dienstag (nach Redaktionsschluss) weiterhin das gelbe Leader-Trikot tragen und versuchen seinen Vorsprung auszubauen. Als zweitbester Österreicher landete Karl, diesmal hinter seinem ÖSV-Teamkollegen Andi Prommegger (5.) unter den 67 Startern aus 20 Nationen auf Rang sechs. Die beiden ältesten Starter im Ösi-Team zeigten erneut — genau wie bei den Damen Claudia Riegler (47) — die besten Leistungen.

Der Steirer Arvid Auner (9.) sowie die Kärntner Aron Juritz, der als Elfter sein bestes Weltcupresultat herausfuhr, und Alexander Payer (16.) schafften ebenfalls den Sprung in das 16er-Finale. Der Russe Igor Sluev feierte vor dem Polen Michal Nowaczyk und dem Slowenen Tim Mastnak, ebenso wie Nadyrshina bei den Damen, seinen ersten Weltcuperfolg.

Benjamin Karl war mit seinem sechsten Platz angesichts der Umstände nicht unzufrieden: „Nachdem mir im Training ein Teil an meinem Schuh gebrochen ist, hatte ich nach der notwendigen Reparatur heute zu Beginn noch nicht die notwendige Sicherheit am Brett. Das hat sich speziell im Achtelfinale ausgewirkt, dass ich trotz zweier Ausrutscher gegen Edwin Coratti aber noch gewinnen konnte“, freut er sich. Im Viertelfinale hat es gegen Igor Sluev dann wieder so funktioniert, wie Karl sich das vorstellt, auch wenn er dieses Duell nicht für sich entscheiden konnte. „Ich freue mich, dass ich jetzt als Weltcupführender zu den Heimrennen nach Bad Gastein komme“, meinte er.

Burgstaller bei den Junioren klarer Sieger

Aber die „Snowboarder-Fabrik“ aus dem Sportland Niederösterreich hat auch abseits des Weltcups wieder zugeschlagen. „Auch im Nachwuchsbereich fahren Snowboarder aus dem NÖ Skiverband hervorragende Ergebnisse ein“,ist Niederösterreichs Snowboardkoordinator Erik Wöll stolz.

Dominik Burgstaller dominierte bei den zwei FIS-Bewerben in Deutschland.
Wieser

Nachdem Dominik Burgstaller aus dem Weichberger-Team zuletzt mit Top-10-Plätzen bei den Junioren-Weltmeisterschaften aufgezeigt hatte, bewies er nun am Samstag beim Junioren-FIS-Rennen in Deutschland (Goetschen) mit Rang eins erneut sein Können. Er siegte im 29 Starter zählenden Feld vor Fabian Lantschner (ITA) und Andrii Kabaliuk (UKR) auf und verwies seine ÖSV-Teamkollegen auf die Pätze neun (Matthias Pink), zehn (Julian Treffler) und neunzehn (Christoph Karner).

Bei den Damen konnte die Niederösterreicherin Miriam Weis (WSV Unterberg), die so wie Burgstaller aus der Snowboard-Mittelschule Lilienfeld hervorgegangen ist, und bei der Junioren-WM (PSL), Rang sieben erreicht hatte, als zweitbeste Österreicherin mit Rang zwei gefallen. Die Kärtnerin Martina Ankele (ASKÖ Landskron) konnte das Rennen vor Jasmin Coratti (ITA) für sich entscheiden.

Am Sonntag kam es dann in Goetschen zur Austragung der offen ausgeschriebenen deutschen Juniorenmeisterschaften. Auch bei diesem Bewerb setzte sich Burgstaller durch und gewann überlegen vor Kabaliuk und Karner. Als bester Deutscher ging Hanjo Tanigutchi mit Platz acht durchs Ziel. Weis verpasste hinter Coratti (ITA), Flurina Baetschi (SUI) und der Russin Daria Belova als beste Österreicherin, mit Rang vier, knapp das Stockerl. Aurelia Buccioni holte sich auf Platz 13 den deutschen Junioren- Meistertitel.

Dominik Burgstaller: „Ich freue mich, dass ich die ersten Junioren-Siege eingefahren habe. Das hebt mein Selbstbewusstsein. Ich bedanke mich bei meinen Betreuern und fiebere dem Welt-Cup-Start in Gastein entgegen.“

Während Benjamin Karl zu den ältesten Startern in Gastein zählt, ist Dominik Burgstaller voraussichtlich der jüngste Teilnehmer.

Zu den wesentlichen Zielen der beiden Niederösterreicher, die als leuchtende Vorbilder für die Lilienfelder Talenteschmiede und für den NÖ Nachwuchs gelten, gehören in naher Zukunft eine gute Platzierung bei einem Europacup-Bewerb sowie ein Podetplatz bei der österreichischen Juniorenmeisterschaft (27./28. März in Bad Gastein).