Football in St. Georgen?. Bei den Fußballplätzen der Stadt tut sich einiges. Das Eierlaberl könnte künftig auch im Süden der Stadt fliegen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 30. April 2019 (01:20)
APA (AFP/Getty)

Dass die American Footballer ihr Egger-Homefield am ehemaligen Glanzstoffplatz verlassen müssen, steht fest. Das gesamte Gelände rund um den Campus der Fachhochschule soll ein chices Wohnviertel werden. Die Footballer sind da im Weg, obwohl sie viel investiert haben, seit sie den Platz von der Stadt zur Verfügung gestellt bekamen.

Obfrau Ulrike Zöchling-Hazuka ist nicht begeistert, vom Norden in den Süden der Stadt umziehen zu müssen. Dass die neue Heimstätte St. Georgen werden könnte, ist ihr auch schon zu Ohren gekommen. „Doch mit uns hat noch niemand darüber gesprochen“, hofft sie auf einen baldigen Termin.

Weit weg vom Hauptbahnhof liege St. Georgen, bedauert die Invaders-Obfrau. „Das ist blöd, weil viele Nachwuchsspieler aus dem Wienerwald und Tullnerfeld anreisen.“ Sportstadtrat Heinz Hauptmann wollte aber ohnehin nicht ausschließen, dass die Footballer im Norden bleiben. Auch beim Traisencenter bestünde die Möglichkeit, eine Sportstätte zu errichten. „Und im Sportzentrum NÖ sollen auch neue Plätze entstehen!“ Und der zuständige Beamte Thomas Kainz hält sich ohnehin noch bedeckt. „Der ATSV-Platz fällt erst an die Stadt zurück, wenn nicht bis Sommer ein Vorstandsteam gefunden wird.“ Und auch die SKN-Jugend oder die SKN-Frauen sind für ihn interessante mögliche Nutzer.

„Unser alter Platz ist ideal für Football“

Markus Eigelsreiter, einst Geldgeber des ATSV St. Georgen, sieht den Platz aber perfekt für die Footballer. „Es gibt bei uns vier riesige Kabinen, weil wir für Nachwuchsturniere geplant hatten“, sagt er.

Die ATSV-Jugendabteilung hat sich so oder so schon um Alternativen umgesehen. „Wir sind in Kontakt mit dem ASV Spratzern und dem SC Harland“, erzählt Michael Zodl, seit sieben Jahren ATSV-Jugendleiter. Gar kein Fußball in St. Georgen ist für ihn unvorstellbar. „Unser Trainingsplatz war bei Kids beliebt“, würde er sich zumindest einen „Käfig“ für sie wünschen.

Aber noch ein Fußballbrandherd schwelt in der Stadt. Die Bimbo-Binder-Sportanlage ist anwaltliches Kampfgebiet, da der einstige Sturm-19-Obmann August Weiretmair sie nicht an die Stadt zurückgeben mag. Der SC St. Pölten, dessen Sportanlage begehrtes Bauland ist, muss warten. „Die Stadt kann die Bagger nicht starten“, bedauert SC-Obmann Erich Sumetsberger, der von einer kleinen Anlage für seinen Traditionsverein träumt. „Damit wir mit den Klubs der Landgemeinden infrastrukturell mithalten können.“ Und ein Wohnviertel für junge Familien in der Nachbarschaft soll bei der Nachwuchsakquise helfen …