ÖSV-Damen wurden aufs „Glatteis“ geführt. Die ÖSV-Riesentorlauf-Damen bereiteten sich im Sportzentrum NÖ auf die kommende Saison vor. Kathi Gallhuber stattete ihren Kolleginnen dabei einen Besuch ab.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. Juli 2019 (02:21)

36 Grad Celsius und mehr in St. Pölten — „40 Grad weniger und es gäbe perfekte Bedingungen für den Skiweltcup“, scherzte Eva-Maria Brem am Montag bei der Ankunft zum Konditionstraining im Sportzentrum NÖ. Doch Österreichs Riesentorlauf-Queen konnte Abkühlung geboten werden. Von Montag bis Freitag gab es gleich sechs Trainingseinheiten in der Eishalle.

„Das Training in dieser Woche hier in St. Pölten, mit der Möglichkeit die Eishalle zu nützen, war wirklich der Jackpot, denn andernfalls wäre ein Konditionstraining von dieser Intensität sicher nicht möglich gewesen“, weiß auch ÖSV-RTL-Damencoach Stefan Schwab, der sich auch sonst von den Möglichkeiten im Sportzenturm NÖ begeistert zeigt. „Wir haben auch die Kunstturnhalle mit der Schnitzelgrube intensiv genutzt, die Kraftkammer natürlich und die Damen schwärmen alle vom Abhängen am See in der Freizeit. Dabei gab‘s auch heiße Beachvolleyballduelle auf der schönen Anlage.“

„Die Abkühlung in der Eishalle dauert nicht lange, dann ist man schon wieder total verschwitzt. Eishockey ist echt ein intensiver Sport.“ Ricarda Haaser

Doch der Favorit bei allen Damen war ganz klar das Eishockeyspiel. Ricarda Haaser freute sich über die kurze Abkühlung in der Eishalle besonders. „Das dauert aber nicht lange, dann ist man schon wieder total verschwitzt. Eishockey ist echt ein intensiver Sport.“

In die Basics dieses Sports wurden sie von Ex-Profi Thomas Werhan eingewiesen, der im Sportzentrum Facility Manager ist. Auch er zeigte sich beeindruckt von den Fortschritten der Skidamen. „Die meisten standen am Montag erstmals am Eis und konnten am Freitag perfekt Eislaufen. Nur mit der Stocktechnik hat es bei den meisten bis zum Schluss noch ein wenig gehappert“, lacht er.

Der Schwerpunkt bei dieser Trainingseinheit lag auf Koordination, Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Schnellkraft und Ausdauer, da passte professionelles Eishockey-Training perfekt. „Das Training war koordinativ ganz schön herausfordernd, gerade wenn man nicht Eislaufen kann und gleichzeitig mit dem Schläger umgehen muss. Von dem her war ich schon gefordert, aber es war sehr lässig und es wurde ein neuer Trainingsreiz gesetzt“, meinte Brem.

Während sich die Ladies am Eis heiße Duelle lieferten, absolvierte Stephanie Brunner im Kraftraum ihr eigenes Programm. Nach ihrem Kreuzband- und Meniskusriss im linken Knie arbeitet die Tirolerin derzeit auf Hochtouren an ihrer Rückkehr in den Weltcup.

Und noch eine weitere Technik-Hoffnung stattete ihren Teamkolleginnen am Freitag einen Besuch ab: Kathie Gallhuber. Die Göstlingerin kam direkt von Wien, wo sie die letzten Wochen ihrer Zollausbildung absolviert. „Mitte Juli steht jetzt nach drei Jahren mein Dienstprüfungstermin an und derzeit wird gebüffelt“, erzählt sie. Dienstort ist für sie Wiener Neudorf.

Dass Gallhuber sich als Zollbeamtin ein zweites Standbein schaffen will, ist für sie gleich nach dem Schulabschluss festgestanden. „Mit der Verletzung in der letzten Saison wurde mir aber erst bewusst, wie schnell eine Skikarriere vorbeisein kann. Da weiß man dann genau, warum man im Sommer Zollkodizes auswendig lernt“, meinte sie. Britischen Zollregeln im Herbst nach dem EU-Austritt der Inselbürger wird sie aber vorerst nicht nachlernen. „Wenn ich das Zeugnis hab, war‘s das mit dem Zoll fürs erste einmal“, lacht sie.

Kein Wunder, denn ab Mitte Juli plant sie selbst auch wieder voll ins Teamtraining mit dem Slalomteam einzusteigen. Das Indivualprogramm konnte sie zuletzt bereits mit voller Belastung gestalten.

Gallhuber konzentriert sich auf den Slalom

„Mein Hauptaugenmerk liegt in der kommenden Saison ganz klar beim Slalom, da will ich so rasch wie möglich wieder in die erste Startgruppe.“ Die Rehabilitation sei perfekt verlaufen. „Das tolle war, dass ich nie Schmerzen hatte, nur beim Training hat es ein paar Mal gezwickt, weil ich ein wenig überbelastet habe, aber das war nach einer kurzen Ruhephase auch gleich wieder weg“, erzählt die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Südkorea.

Ende des Monats geht es für sie erstmals wieder auf Schnee, und zwar am Gletscher in Sölden: „Da freue ich mich schon voll drauf, auch wenn Skifahren bei dieser Hitze vielleicht ein etwas bizarrer Gedanke ist.“

Körperlich sei sie nach dem im Dezember beim Heimrennen am Semmering erlittenen Kreuzbandriss weiter als davor. „Nur an Schnelligkeit und Spritzigkeit mangelt es noch ein wenig.“ Aber vielleicht schiebt ja auch Gallhuber noch ein paar Eishockeytrainings in St. Pölten ein. Sie trainiert ohnehin derzeit viel im neuen Olympiazentrum in der NÖ Landeshauptstadt. Denn bei ihrem Comeback möchte sie voll fit sein. „Wie es jetzt aussieht, werde ich beim Weltcupslalom in Levi sicher dabei sein können!“