Für den EHC Tulln gilt: Siegen oder fliegen. Tulln verlor das erste Spiel um den Landesmeistertitel. Die Konsequenz: Am Freitag muss in Stockerau die Revanche gelingen.

Von Wolfgang Stritzl und Alex Erber. Erstellt am 13. Februar 2019 (02:08)
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Eishockey

Vor einer stattlichen Kulisse, mehr als 150 Besuchern, erwischten die Gäste einen optimalen Start. Überlegen, dominant, verdiente 2:0-Führung nach dem ersten Drittel. Doch es macht den Reiz dieses ewig jungen Derbys aus, dass der Rückstand kein Köpfehängenlassen bewirkte, sondern den Kampfgeist erst recht weckte, was sich im Mitteldrittel manifestierte. Je länger es dauerte, umso überlegener waren die Rosenstädter. Alleine, die Chancenauswertung passte nicht zu einem Finalspiel.

Drei Mal liefen die Gastgeber alleine auf den Torhüter zu, ein Lattenschuss blieb die einzige Ausbeute. Auch bei einem Konter der Gäste klatschte der Puck aufs Metall. Knapp vor Ende des zweiten Abschnitts durfte der EHC dann doch noch zum ersten Mal jubeln. Bezeichnend, dass die Chance nicht zwingend war. Nach einem Gestocher vor dem Stockerauer Gehäuse staubte Clemens Takats zum 1:2 ab.

Fulminantes Schlussdrittel

Das Schlussdrittel hatte es in sich, denn Tulln nahm die Dominanz aus dem Mitteldrittel mit. Dem verdienten Ausgleich nach einem herrlichen Solo von Stephan Fellinger folgte wenig später das 3:2 mit etwas Mithilfe durch den Keeper, der sich zu weit aus dem Tor gewagt hatte.

Die Tullner schienen endgültig auf der Siegerstraße angekommen. Von den drei Zwei-Minuten-Strafen in den letzten zehn Minuten war aber lediglich eine notwendig, weil dadurch ein möglicherweise tödlicher Konter unterbunden wurde. Die erste Strafzeit überstand Tulln unbeschadet, Stockerau gab nicht einmal einen Schuss aufs Tor ab. Das zweite Überzahlspiel nützten die Rivalen von nördlich der Donau zum überraschenden Ausgleich. Die dritte Unterzahl blieb ohne Gegentreffer, die Verlängerung (Drei gegen Drei) musste die Entscheidung bringen. Erst setzten sich die Heimischen vor dem Gehäuse der Gäste fest, die ihrerseits den ersten Angriff nach wunderschöner Kombination zum 4:3 nutzten. Nun muss Tulln am Freitag auswärts gewinnen, ansonsten heißt der Landesmeister wie im Vorjahr Stockerau.

„Hut ab vor meiner Mannschaft! Alle haben ihr letztes Hemd gegeben und super gekämpft. Wir sind in einen richtigen Spiel-Flow gekommen und haben Stockerau keine Chance gelassen. Ich bin mir sicher, dass wir ein drittes Spiel erzwingen werden“, ist Tulln-Trainer Patrick Privoznik auf Sieg eingestellt. Mario Hübl und Jaroslav Ostrom sind wieder einsatzberechtigt, der gegen Mödling ebenso ausgeschlossene Oliver Berger fasste eine Sperre von acht (!) Spielen aus.