Nach vorne geht für Tulln nichts mehr. Tulln wird sich in der Tabelle nicht verbessern können. Der Klassenerhalt wird gegen St. Pölten entschieden.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 05. Februar 2020 (01:25)
Hände hoch! Tulln ergab sich gegen die Fivers, die einen Auswärtssieg einfuhren und bereits im ersten Spiel des Play-Offs über den Klassenerhalt jubeln dürfen.
Wolfgang Stritzl

TULLN - MARGARETEN FIVERS 2 30:37. Tulln muss zittern. Um noch realistische Chancen auf den drittletzten Platz zu haben, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet, hätte Tulln das Spiel gewinnen müssen. Tatsächlich war der UHC ganz weit davon entfernt. Auch Oliver Nikic, der aus dem Spiel sieben Tore warf, und Andras Bozso, mit zwölf Treffern, davon sechs verwandelten Siebenmetern, Top-Werfer des Abends, konnten die verdiente Niederlage nicht verhindern.

Die Abwehr funktionierte nicht. Tulln bekam viel zu leichte Tore. Symptomatisch: Knapp zwei Minuten lang hatte der UHC 6:4-Überzahl, konnte aber nicht einmal die Zeitstrafen für Jakob Schrattenecker und Leander Brenneis nützen, um den Rückstand zu verkürzen. Im Gegenstoß (!) machten vier Fivers gegen sechs Tullner sogar das Tor.

37 Gegentreffer sind einfach zu viele

Die Hausherren schwächelten in der Abwehr und taten sich mit dem Tore schießen schwer. Philipp Wottawa und Mathias Riedlmayer vergaben eine hundertprozentige Doppelchance, scheiterten beim Stand von 11:13 im 1:1 gegen Florian Haag beide Male am Schlussmann der Fivers.

Tulln kam vor der Pause wieder ins Spiel. Mario Vizvary parierte einen Siebenmeter von Marc-Andre Haunold, Mathias Riedlmayer erzielte das 13:13 – der erste Ausgleich seit dem 1:1. Dann machten sich die Heimischen selbst das Leben schwer, brachten sich um die Früchte ihrer Aufholjagd. Zu leichtfertig wurden hochkarätige Chancen liegen gelassen. Andras Bozso, sonst sicherer Werfer vom Siebenmeterpunkt, fand nach drei verwerteten Versuchen in Jan David seinen Meister. Dann scheiterte Oliver Nikic im 1:1 am Fivers-Goalie. Und anstatt zum ersten Mal seit dem 1:0 in Führung zu gehen, geriet Tulln erneut ins Hintertreffen. Zum Ärgern – 15:16, der Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit lief Tulln vergeblich dem Rückstand hinterher. Auch als Andreas Schwarz gegen Leander Brenneis das sicher scheinende Minus-Vier (17:21) verhinderte und Bozso im Gegenzug per Siebenmeter das Minus-Zwei herstellte (18:20), nachdem Lorenz Wutzl eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Haunold heraus geholt hatte, brachte dies nicht die Wende. Im Gegenteil: Die Fivers bilanzierten in Unterzahl erneut positiv und marschierten mit Leichtigkeit durch die Tullner Abwehr.

Tullns neuer ungarischer Spielmacher Laszlo Kovacs wollte zuviel. Er nahm zwei unnötige Würfe, die ein Fressen für den Fivers-Tormann waren, in Folge. Dann noch ein Fehlpass, welchen die Gäste zum 23:19 nützten. Auch Routinier Markus Wagesreiter unterliefen Ballverluste, die weh taten. So kam der UHC nur noch einmal auf zwei Tore heran.

Die Niederlage war ernüchternd. Tulln konnte mit den Fivers, die den Grunddurchgang an drittletzter Stelle abschlossen, nicht mithalten. Mehr als der vorletzte Platz wird im Unteren Play-Off nicht möglich sein. Also kann sich Tulln bereits jetzt auf die entscheidenden Duelle um den Klassenerhalt gegen St. Pölten einstellen. Und die Fivers haben bereits im ersten Spiel des Unteren Play-Offs den Verbleib in der Bundesliga praktisch geschafft.

Am Dienstag, nach Redaktionsschluss, bestritt Tulln im ÖHB-Cup das Achtelfinalspiel bei HIB Graz.