Tulln verlor im Angriff das Konzept. Tulln kann mit jeder Mannschaft mithalten. Aber dann reißt der Faden. „Wir hören auf, unser Konzept zu spielen.“

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 06. November 2019 (01:53)
Wolfgang Stritzl
Renato Matijevic setzt sich hier gegen zwei Brucker durch. Verhindern konnte aber auch er die bitteren Niederlagen gegen Bruck und Vöslau nicht.

In Bad Vöslau setzte es die fünfte Niederlage in Folge. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (3:6-Rückstand) kam Tulln immer besser ins Spiel. Die Gäste hielten die Partie lange offen, gingen nach der Pause sogar in Führung (20:19, 22:21). Nach dem Anschlusstor zum 24:23 riss der Faden, die Hausherren zogen mit einem 5:0-Run uneinholbar auf 29:23 davon.

„Es ist das übliche Problem“, ärgerte sich Trainer Jörg Sibral. „Wir hören auf, unser Konzept zu spielen, jeder beginnt, für sich alleine zu spielen, und dann servieren wir dem Gegner die Bälle. Das ist eine reine Konzentrationsgeschichte.“

TULLN - BRUCK 21:27. Tulln beherrschte weite Strecken der ersten Halbzeit, warf sich eine Plus-Vier-Führung heraus. „Die Steirer waren in dieser Phase schon am Verzweifeln.“

Dann aber wieder ein Rückfall. 15 (!) Minuten lang gelang kein Tor! Zwischen dem 12:9 (21.) durch Andras Bozso und dem 14:17 (39.) durch Renato Matijevic lagen viel zu hektische Angriffe, leichte Ballverluste – und acht Brucker Tore. Von den ersten sechs Angriffen nach der Pause kam Tulln nur ein Mal zum Abschluss – und da war der überragende Brucker Goalie, der erst am Vortag per Doppelspielberechtigung von West Wien verpflichtet worden war, am Posten. „Wir haben ihn warm geschossen, und dann hat er Bälle gehalten, die man nicht halten muss.“

Nächster Gegner ist Atzgersdorf. „Das wird ein Kampfspiel, wir werden voll dagegen halten müssen.“