Tulln

Erstellt am 03. Januar 2019, 02:41

von Bettina Kulmer

Union Langenlebarn: „Komfortzone verlassen“. Seit 30 Jahren bietet die Union Langenlebarn Vollkontakt-Karate an. Die Sektion versteht sich als Kämpferschmiede mit Turnieraffinität. „Kämpfen lernt man nur durch Kämpfen!“

Jürgen Zanzinger und Christian Sischka haben aus der Karate-Sektion der Union Langenlebarn eine Kämpferschmiede gemacht.  |  privat

Sie ist die älteste Sektion der Sportunion Langenlebarn. Seit über 30 Jahren lernen die Mitglieder hier eine Sonderform von Karate: Kyokushinkai – eine Vollkontakt-Richtung. Dabei gehe es nicht um Brutalität, sondern um realistische Kampfkompetenz, weiß Christian Sischka, der die Sektion 25 Jahre lang leitete und seit seinem 16. Lebensjahr Kampfsport betreibt. Sein Credo lautet: „Kämpfen lernt man nur durch Kämpfen.“ Deshalb spornt er seine Schützlinge zu Höchstleistungen an und motiviert zur Turnierteilnahme. „Es gibt bei uns keine Turnierpflicht, aber bei Teilnehmern kann man dort die größten Entwicklungsschritte beobachten. Man verlässt die Komfortzone und muss mit einem höheren Stressfaktor zurechtkommen. Deshalb sehe ich uns als Kämpferschmiede, weil wir sehr kampforientiert sind.“

Das beweisen auch die zahlreichen Erfolge der Sektion, die regelmäßig bei nationalen und internationalen Bewerben vertreten ist. 2018 konnte man mit kampfkräftigen Kindern aufzeigen, die etwa bei der Junioren-WM im Juni in Ungarn bis ins Finale vorgedrungen sind. Tara Gretic und Quentin Linsbauer wurden beide Junioren-Vizeweltmeister für 12-Jährige. Auch bei einem internationalen Turnier in Deutschland sorgten die Nachwuchsasse für zwei zweite und einen dritten Platz. Linsbauer holte damals Bronze, Gretic und Sebastian Pircher Silber.

Dass auch sehr viele Kinder Karate ausüben, liegt sicher an der Ganzheitlichkeit des Kampfsports. Durch Faustschläge und Tritte wird der gesamte Körper trainiert. Es geht dabei nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Ausdauer, Muskelkraft und mentale Stärke. „Gute Technik muss effektiv sein. Ästhetik ist dabei nicht so wichtig, sondern eher Show. Unser Stil mutet für den Zuschauer vielleicht einfach an, ist aber sehr wirkungsvoll.“ Vor allem wenn Defizite bei Konzentration und Aufmerksamkeit vorliegen, können japanische Rituale helfen. Auch lernen die Teilnehmer Angst und Stress zu überwinden und mit Niederlagen umzugehen.

Trainiert wird übrigens in der Turnhalle der VS Langenlebarn. Das Kindertraining (8 bis 12 Jahre) unter Sischkas Leitung findet montags von 17.45 bis 19.15 und freitags von 17.30 bis 18.30 Uhr statt. Junioren (ab 12 Jahre) und Erwachsene treffen sich mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr und freitags von 18.30 bis 20 Uhr mit Trainer und Sektionsleiter Jürgen Zanzinger. Für Turnierkämpfer gibt es eine Extraeinheit am Sonntag. „Wir verstehen uns nicht als Kinderspielplatz, sondern verlangen Commitment und Leistungsbereitschaft. Schweißtreibendes Training gehört auch dazu!“

www.union-langenlebarn.at