Lucas Miedler ist österreichischer Hallen-Meister. Im spannenden Finale gewann er gegen Neo-Daviscupper Jurij Rodionov in drei Sätzen. Sechsten Matchball verwertet!

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 20. Februar 2019 (01:44)
GEPA pictures, Matic Klansek
Tennis-Ass Lucas Miedler krönte sich in Wolfsberg zum österreichischen Meister in der Halle. Der Muckendorfer verwertete gegen Jurij Rodionov seinen sechsten Matchball.

Riesen-Erfolg für Lucas Miedler! Nach 2015 und 2017 holte er sich bei den österreichischen Hallen-Meisterschaften den Titel.

Beim Finale in Wolfsberg stand dem Tullner Neo-Davis-cupper Jurij Rodionov gegenüber. Nach der Absage von Dominic Thiem hatte dieser gegen Chile sein viel beachtetes Debüt für Österreich gegeben. Und während sich Thiem zwei Wochen später beim Sandplatzturnier in Buenos Aires seinem Doppel-Partner Diego Schwartzmann geschlagen geben musste, traf Rodionov bei den Ö-Meisterschaften dasselbe Schicksal.

Die Paarung Miedler/Rodionov hatte sich in Wolfsberg ohne Satzverlust souverän den Doppel-Titel geholt. Tags darauf trafen die beiden Topgesetzten im vorprogrammierten Einzel-Finale aufeinander. Rodionov, die Nummer 194 der Welt, war gegen den auf Position 277 stehenden Miedler zu favorisieren. Tatsächlich aber war der 22-jährige Muckendorfer der dominante Spieler am Platz. Miedler blieb fast fehlerfrei und gewann den ersten Satz verdient mit 6:3 – ein Resultat, das Rodionov angesichts des bis dahin herrschenden Kräfte-Verhältnisses sogar etwas schmeichelte.

Der zweite Satz war allerdings heiß umkämpft. Miedler war schon Break vorne, wehrte bei 5:6 drei Satzbälle ab, verlor aber das Tiebreak mit 4:7. Im dritten Satz gelang dem Tullner das entscheidende Break zum 3:1. Lucas Miedler verwertete in einem Marathon-Game nach Abwehr einer Breakmöglichkeit seinen sechsten (!) Matchball zum 6:3.

Miedler: „Es war eine harte Partie, ähnlich wie im Semifinale.“ In diesem hatte sich Miedler (nach Siegen gegen Christoph Lang/6:3, 6:4 und David Pichler, Finalgegner von 2017/6:1, 6:3) gegen Alexander Erler erst in drei Sätzen durchgesetzt (6:3, 5:7, 7:5). „Ich habe den besseren Start erwischt und war auch im zweiten Satz schon mit Break vorne. Dann hat Rodionov sehr gut gespielt. Wäre ihm am Ende das Rebreak gelungen, wäre es noch einmal sehr, sehr eng geworden …“ Und weiter: „Jurij ist für sein Alter schon sehr weit, er steht Top-200. Ich hoffe, dass wir noch oft gegeneinander antreten.“ Rodionov war ein fairer Verlierer: „Den ersten Satz habe ich verschlafen, im zweiten hat sich eine spannende Partie entwickelt. Am Ende des Tages hat der Bessere gewonnen.“

Aktuell spielt Lucas Miedler beim Challenger in Bergamo/Italien (Auftaktgegner war Jannik Sinner/nach Redaktionsschluss), in der Woche darauf in Pau/Frankreich. Dort schaffte er gerade noch den erforderlichen Cut von 276.