Tulln ist Landesmeister. Titelverteidiger Stockerau ist entthront. Stephan Fellinger führte den EHC zum viel umjubelten Landesmeistertitel und drehte mit einem lupenreinen Hattrick das Finale.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 27. Februar 2019 (01:25)
So sehen Sieger aus! Der EHC Tulln jubelt über den Landesmeistertitel. Oliver Berger, Christian Gutschier, Teemu Korhonen, Betreuer Markus Wintersteiner, Alexander Vertetics, Herbert Frisch (C), Alexander Quendler, Florian Fuchs, Martin Stangelberger, Philipp Kink, Ryan Taucher, Dominik Kargl, Robin Brezina, Markus Schatz (stehend, v.l.), Mario Schatz, Jaroslav Ostrom, Sandro Lassmann, Christoph Posautz, Luca Lassmann, Bernhard Koglbauer, Mario Hübl, Stephan Fellinger, Trainer Patrick Privoznik, Paul Blüml, Obmann Wilhelm Hummel (vorne, v.l.; nicht im Bild: Clemens Takats, Georg Privoznik, Mario Hadwig, Nikola Tomic).
Wolfgang Stritzl

Stephan Fellinger war strahlender Held des dritten und alles entscheidenden Finalspiels in Stockerau. Mit vier Toren und einem Assist avancierte er zum Matchwinner.

Wie schon in der Woche zuvor geriet Tulln drei Mal in Rückstand, das zwischenzeitliche 3:1 schien bereits eine kleine Vorentscheidung zugunsten der bis dahin etwas überlegen gewesenen Hausherren. Tulln kämpfte sich zurück, schaffte das, was Stockerau kurz zuvor gelungen war: Doppelschlag binnen 63 Sekunden! Das 3:3 erzielte Luca Lassmann – sein erstes Saisontor (!) war gleich ein ganz wichtiges!

Ein offener Schlagabtausch

Aber 73 Sekunden später der nächste Dämpfer: 4:3 für Stockerau – ein Gast-Geschenk: Ein Tullner hatte Helmut Gsandtner das Tor mit einem Fehlpass unfreiwillig aufgelegt. Es war in dieser Phase ein offener Schlagabtausch mit fünf Toren binnen vier Minuten und 21 Sekunden.

Fellinger schoss Tulln zum Titel

Dann kam Fellinger. Mit einem lupenreinen Hattrick brachte er den EHC auf die Siegerstraße. Super herausgespielt war das 4:5 nach tollem Zuspiel von Mario Hübl. Auch schon den ersten Tullner Treffer hatte Fellinger erzielt und das 3:2-Anschlusstor aufgelegt.

Bis zum Schluss war es ein dramatisches, hochspannendes Finale. Stockerau hatte in den letzten Minuten Power-Play – zum sechsten Mal an diesem Abend (bei nur drei Überzahlsituationen für Tulln) – und nahm zusätzlich seinen Goalie aus dem Spiel. Im Spiel sechs gegen vier wollten die Hausherren die Verlängerung erzwingen. 41 Sekunden vor Schluss nahm Tulln Timeout. Trainer Patrick Privoznik fand die richtigen Worte. Nur wenige Augenblicke später kam Tulln an den Puck, und Fellinger traf aus dem eigenen Drittel ins leere Tor – 4:6, die endgültige Entscheidung, der Titelverteidiger ist entthront und Tulln nach 11/12, 12/13, 13/14 und 16/17 zum fünften Mal Landesmeister!

Auch der Tormann war Vater des Sieges

Matchwinner auf Seiten Tullns war aber nicht nur Stephan Fellinger, der nach dem Grunddurchgang mit 24 Toren und 18 Assists die Scorerliste der 1. Landesliga anführt. Goalie Christoph Posautz, ein Teufelskerl im Tullner Tor, brachte Stockerau mit tollen Paraden zur Verzweiflung. Trainer Patrick Privoznik verteilte aber ein Pauschallob – „ich bin wahnsinnig stolz auf die ganze Mannschaft“ - und dankte auch dem etatmäßigen Zweier-Goalie Bernhard Koglbauer, der trotz starker Leistung in den vorigen Spielen bei der dritten Final-Auflage nicht zum Einsatz kam. „Koglbauer hat uns in dieses dritte Spiel gebracht, ohne ihn wären wir heute nicht Landesmeister.“

„Unser Zusammenhalt ist großartig“

Hut ab vor der Moral der Tullner Mannschaft, die selbst bei einem wiederholten Rückstand nie aufsteckte! „Der Zusammenhalt ist großartig“, jubelte Privoznik, der beim entscheidenden Titel-Duell auf seinen beruflich verhinderten Bruder Georg, Clemens Takats und Mario Hadwig verzichten musste. „Wir haben eine irrsinnige Freude, dass wir es geschafft haben.“ Und Tulln hat eine irrsinnige Freude mit seiner Eishockey-Mannschaft!