Dobersberger schwamm 14km in Ottenstein. Der Dobersberger Gregor Holzinger nahm die Königsdisziplin des „Backwaterman“ in Ottenstein in Angriff und war 5:12 Stunden schwimmend unterwegs.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 15. Juli 2020 (10:00)
Gregor Holzinger (2.v.r.) bezwang die 14km-Distanz am Ottensteiner Stausee. Als Betreuer standen ihm Thomas Schimek, Verena Weber und Verena Ölzant (v.l.) zur Seite.
privat

Jeder kennt ein klassisches Becken im Schwimmbad mit einer Länge von 25 Metern. Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie schwimmen insgesamt 560 Längen – macht in Summe 14 Kilometer aus. Erschwerend wäre, wenn das Wasser nicht gänzlich ruhig ist, sondern Strömungen eines Sees hinzukommen. Wie zum Beispiel jene des tiefen Ottensteiner Stausees. Diese Herausforderung, dort 14 Kilometer „open water“ zu schwimmen, nahm der Dobersberger Gregor Holzinger bei der 15. Auflage des „Backwaterman“ auf sich. Nach 5:12:09 Stunden finishte Holzinger an der 20. Position. Als Sieger durfte er sich schon aufgrund des Durchkommens fühlen …

„Wegen Corona war ich sogar spärlich vorbereitet – aber dank des verpflichtenden Begleitbootes entschied ich mich für einen Start.“ Die Begleiter Verena Ölzant, Verena Weber und Thomas Schimek sorgten dafür, dass Holzinger im fjordartigen Gewässer die Orientierung behielt. Herausforderungen gab es aber genug. „Meine größte Angst hatte ich vor der Wassertemperatur. Aber es stellte sich heraus, dass der Stausee wärmer war, als die meisten Badeseen in der Umgebung. Das war sehr angenehm. Doch die vielen verschiedenen Strömungen, die es im Stausee gibt, habe ich total unterschätzt. So passierte es, dass ich immer wieder abtrieb oder gar nicht vom Fleck kam.“ Dazu kam, dass die Schwimmer bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken nicht das Begleitboot berühren durften. So hielt sich Holzinger im Zuge dessen an einer Boje fest, um dabei im Wasser zu treiben. Auch das Panorama machte ihm zu schaffen: „Die karge Landschaft, die nur aus Bäumen und Felsen besteht, mag sehr schön sein, aber etliche Stunden beim Atmen immer das gleiche Panorama zu sehen, wird auch mental anstrengend.“

Dazu kamen die körperlichen Qualen: Schultern und Ellenbogen meldeten sich genauso wie der Rücken. Bei der letzten Labpause erhielt Holzinger die Auskunft, dass es nur mehr zwei Kilometer bis ins Ziel wären. „Nach dieser Ansage konnte ich die Schmerzen wieder etwas ausblenden und schwamm ins Ziel, egal wie stark die Strömung war.“

Beim Ausstieg aus dem Wasser nahm der Dobersberger seinen Finisherpokal, der für alle Qualen entschädigte, entgegen. Dabei vergaß er trotz seiner Leistung nicht auf seine Helfer: „Über fünf Stunden mit einem Elektroboot auf einem Schwimmer aufpassen und diesen versorgen, ist auch sehr anstrengend. Danke.“