Ulrike Lamatsch: "Froh, den Schritt gewagt zu haben“. Die Waidhofnerin Ulrike Lamatsch (21) über ihre Erfahrungen und Herausforderungen in ihrer ersten Saison in der AVL.

Von Tanja Richter. Erstellt am 20. Februar 2019 (02:22)
Markus Kreiner
Hoch hinaus. Seit Sommer blockt die Waidhofnerin Ulrike Lamatsch (rechts) in der höchsten Spielklasse für Bisamberg/Hollabrunn.

NÖN: Sie sind im Sommer von Ihrem Stammverein der Union Sparkasse Groß Siegharts (2. Landesliga) in die AVL Woman (Austrian Volley League) zur SG Bisamberg/Hollabrunn gewechselt. Wie würden Sie das halbe Jahr Revue passieren lassen?

Ulrike Lamatsch: Die letzten Monate waren eine sehr aufregende und lehrreiche Zeit für mich. Ich musste mich in ein neues Team einfügen und neue Taktiken lernen, bin durch ganz Österreich gereist, habe Nationalteamspielerinnen getroffen, konnte mich spielerisch weiterentwickeln und stand mit meinem Team sogar im Viertelfinale des Österreichischen Cups. Allerdings gab es auch plötzlich Herausforderungen wie zusätzlichen Stress, der neben Studium und Arbeit entstand sowie enorme körperlichen Belastung, die ich nicht gewohnt war. Obwohl der momentane Tabellenstand anderes vermuten lässt, bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben.

Worin bestehen die größten Unterschiede zwischen der 2. Landesliga und der AVL?

Lamatsch: Abgesehen vom zeitlichen und physischen Aufwand und der Körpergröße von so manchen Spielerinnen definitiv im Tempo. Damit hatte ich zu Beginn der Saison am meisten zu kämpfen, da man in dieser Liga Teams gegenübersteht, die seit Jahren in der AVL und auch international Volleyball spielen. Außerdem wird bei den Matches gefilmt und Statistik geführt, es gibt Ballkids und die Socken eines Teams müssen die gleiche Farbe haben (lacht).

In Groß-Siegharts agierten Sie als Mittelblockerin. In welcher Position werden Sie aktuell eingesetzt und wie viel Spielzeit bekommen Sie im Durchschnitt?

Lamatsch: Dass ich eine andere Position einnehmen soll, war eigentlich nie Thema, ich spiele nach wie vor als Mittelblockerin. In 18 von 21 Matches war ich in der Startaufstellung und habe diese bis auf wenige Ausnahmen auch durchgespielt. Seit Ende Jänner bin ich aufgrund einer Knieverletzung leider nur bedingt einsetzbar.

Wie oft trainiert ihr in der Woche?

Lamatsch: Wir trainieren drei Mal pro Woche für jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden. Dazu kommen regelmäßige Videoanalysen, bei denen wir uns und unsere Gegnerinnen analysieren, um uns auf die kommenden Spiele bestmöglich vorzubereiten.

Nach dem Grunddurchgang befindet ihr euch mit nur zwei Punkten am Tabellenende. Wie sehen Sie die Chancen, die Klasse dennoch zu halten?

Lamatsch: Man muss dabei bedenken, dass die SG Bisamberg/Hollabrunnerst letztes Jahr aufgrund des Rückzugs von TI-Volley in die AVL nachgerutscht ist. Die Chancen kann ich nur sehr schwer einschätzen. Falls wir im Frühjahr Relegation spielen, müssen wir uns gegen die Tabellenführer der 2. Bundesliga beweisen und diese Teams kenne ich nicht. Unser Vorteil ist jedoch, dass wir uns schon lange auf diese Matches vorbereiten und in den Spielen gegen die stärksten Mannschaften Österreichs viel gelernt haben. Wenn es uns also gelingt, unser bestes Volleyball abzurufen, können wir auch den Klassenerhalt schaffen.

Was sind Ihre weiteren Ziele?

Lamatsch: Konkrete Ziele habe ich um ehrlich zu sein nicht. Natürlich möchte ich so lange wie möglich Volleyball spielen und hoffe, dass mein Körper das mitmacht. Aber hauptsächlich will ich den Spaß und die Leidenschaft für diesen Sport nicht verlieren, denn in meinen Augen gerät das auf diesem Niveau leider oft in den Hintergrund.

Wie sehen Sie die aktuelle Performance Ihrer ehemaligen Teamkolleginnen in Groß-Siegharts?

Lamatsch: Die schlagen sich wirklich gut. Ich fiebere nach wie vor mit und verfolge regelmäßig die Ergebnisse. Nachdem letzte Saison einige Spielerinnen das Team verlassen hatten, wurden die Mädels vor eine Herausforderung gestellt, die sie super gemeistert haben.