Wiener Neustadt

Erstellt am 13. März 2018, 01:19

von Malcolm Zottl

Newcomer rockt Hallentrial-Abschied. Youngster Jaime Busto holt Sieg. Nächstes Jahr macht das Trial auf jeden Fall Pause.

Bei den meisten Besuchern des „Indoor Trial of World Champions“ schwang Enttäuschung mit, nicht nur, weil das fünfte Hallentrial in Wiener Neustadt das zugleich Letzte gewesen sein soll, sondern auch, weil Superstar Toni Bou nach seinen Wirbelbrüchen nicht rechtzeitig fit wurde.

„Für die Spannung war es aber gar nicht schlecht, weil man vorab einmal nicht 99 Prozent sicher wusste, wer gewinnt“, meinte Veranstalter Mario Mempör und sollte damit recht behalten.

„Sportlich war es ein Wahnsinn, mit der Entscheidung bei der letzten Sektion. Die Stimmung war brutal.“ Mario Mempör hatte beim letzten Hallentrial viel Spaß.

Schon in der Qualifikation wurde einiges geboten. Albert Cabestany wollte mit einem Drehsprung ein besonders Zuckerl bieten, dabei rutschte ihm der Reifen von der Felge – fünf Strafpunkte und kein Finale. Dort standen der Franzose Benoit Bincaz und die Spanier Jaime Busto, Miquel Gelabert und Adam Raga.

Und nach drei Sektionen sah es aus, als könnte der junge Franzose die Iberer tatsächlich abkochen. Fünf Fehlerpunkte bei der fünften Sektion stellten die Uhren aber wieder auf Anfang: „Da waren alle vier Fahrer punktegleich. Voll spannend“, freute sich Mempör. Bincaz fuhr bei der fünften Bodenmarkierung über die Seitenbegrenzung, kassierte erneut fünf Punkte und wurde schlussendlich Vierter.

Youngster Busto behielt die Nerven

Die Entscheidung um den Sieg fiel an der berüchtigten Holzrampe – der Haidbauer-Sektion. Gelabert nahm sich mit fünf Fehlerpunkten aus dem Spiel. Das Duell zwischen dem 35-jährigen Altmeister Raga und dem 20-jährigen Youngster Busto verlief allerdings Spitz auf Knopf.

Raga bekam drei Strafpunkte. Busto bewältigte die finale Sektion etwas schneller, sammelte nur zwei Punkte und holte sich damit den Siegerscheck. „Wenn Cabestany in der Quali den Fehler nicht macht, ist Busto vielleicht gar nicht im Finale. Sportlich war es ein Wahnsinn, mit der Entscheidung bei der letzten Sektion. Die Stimmung dabei war brutal“, schwärmt Mempör.

Allerdings sorgten bekanntlich deutlich weniger Zuseher als erhofft für Atmosphäre. Die angespielte 2.000er-Marke konnte nicht erreicht werden, weshalb nach 2018 ja auch ein Schlussstrich unter das Hallentrial in Wiener Neustadt gezogen wird. „Es wird leider zu wenig anerkannt“, kiefelt Mempör an den Zuschauereinbußen und erklärt weiter: „Unser Publikum kommt ja zumeist nicht aus Wiener Neustadt. 80 Prozent kommen von außerhalb.“

Eine stark spürbare Konkurrenz sei der WM-Lauf in Budapest (Ende März). Daher seien auch einige Stamm-Besucher aus der Slowakei oder Tschechien heuer daheim geblieben. Doch ganz hat Mempör den Kampf noch nicht aufgegeben, lässt für das Hallentrial in Wiener Neustadt zumindest noch eine Türe offen: „2019 werde ich jetzt einmal sicher keines machen. Dann schauen wir 2020 weiter.“