Erstellt am 12. Juni 2018, 02:37

von Malcolm Zottl

Als die Musiker Baseball „erfanden“. 17 Tage bis zu den EM-Play-offs am Ducksfield. Zum Countdown blättert die NÖN in den Geschichtsbüchern.

Das Teamfoto stammt aus dem Jahr 1989. Damals spielten die Enten im Nadelstreif-Outfit, wie die New York Yankees.  |  privat

Österreichs Baseball-Nationalmannschaft möchte bei den EM-Play-offs (29. Juni-1. Juli) am Ducksfield den Aufstieg in den A-Pool schaffen – dadurch in den Kreis der besten zwölf Teams Europas aufsteigen.

Damit würde sich gewissermaßen ein Kreis schließen, denn Wiener Neustadt ist mit Baseball eng verwurzelt. Ende der 1980er-Jahre suchte die lokale Musikszene eine Sportart abseits des Mainstreams, stieß dabei eben auf Baseball.

"Wir haben geglaubt, wir sind die ersten in Österreich"

Der heutige Ducks-Manager Martin Zoufal war Gründungsmitglied: „Wir haben geglaubt, wir sind die ersten in Österreich. Dann haben wir erfahren, dass es schon eine Liga gibt. Das war ein Schock.“ Die Enten bekamen anfangs ordentlich Haue, dass der Sport generell noch in den Kinderschuhen steckte, merkt man an Anekdoten: Ein Spieler traf beim ersten Versuch den Ball, fing erst nach Aufforderung zum Laufen an. Anstatt die Runde um das Infield zu drehen, rannte er gerade aus Richtung Zaun. Um über das Baseballgeschehen in Amerika zu lesen, abonnierten einige Ducks US-Zeitungen, die erst Tage nach den Spielen ankamen. Dressen und Co. bezog man aus Italien – Abholung bitte persönlich. „Das musste verzollt werden. An der Grenze war niemand zuständig. Ein Italiener ist über einen Zaun geklettert und hat das aus einem Container geholt“, grinst Zoufal.

Anfang der 1990er-Jahre schaffte es mit Michael Andersch der erste Wiener Neustädter zur Europameisterschaft. 1991 veranstalten die Ducks erstmals ein Viernationenturnier. Auf Vereinsebene gab es Mitte der 1990er erste Erfolge – Gründung der Crazy Chicklets und Quali für den Europacup in Ungarn unter Coach Thomas Kaubek.

In der nächsten Ausgabe die Geschichte ab den 2000er-Jahren.