Thiem erstmals im Endspiel der ATP Finals in London. Der als Nummer 5 gesetzte Niederösterreicher besiegte in der Londoner O2-Arena vor 17.500 Zuschauern im Halbfinale den deutschen Titelverteidiger Alexander Zverev mit 7:5,6:3.

Von APA, Redaktion. Update am 17. November 2019 (07:28)
Thiem ließ Zverev keine Chance
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Dominic Thiem hat am Freitagabend erstmals in seiner Karriere das Endspiel der ATP Finals erreicht. Er trifft damit im Kampf um seinen bisher wertvollsten Titel auf den Griechen Stefanos Tsitsipas.

Der erst 21-jährige Tsitsipas hatte zuvor den Schweizer Roger Federer ausgeschaltet. Das Finale geht am Sonntagabend (19.00 Uhr MEZ/live ServusTV, Sky) in Szene. Gegen Tsitsipas hat Thiem eine 4:2-Siegesbilanz, zuletzt hatte Thiem den Youngster im Finale von Peking mit 3:6,6:4,6:1 bezwungen. Thiem wird sich am Montag unabhängig vom Ausgang des Finales auf Platz vier verbessern und sein bisher bestes Ranking einstellen.

Mit dem Einzug in sein drittes ganz großes Finale nach zwei French-Open-Endspielen hat Thiem 800 Zähler für die Weltrangliste sicher, ebenso ein Gesamtpreisgeld von 1,302 Mio. Dollar. Im Endspiel geht es um 500 weitere ATP-Punkte sowie ein zusätzliches Preisgeld von 1,35 Mio. Dollar.

Thiem über Finaleinzug in London: "Bedeutet mir sehr viel"

Nur noch ein Schritt fehlt Dominic Thiem zum bereits sechsten Titel in dieser Saison. Und zu seinem wichtigsten in seiner bisherigen Karriere. Der 26-jährige Niederösterreicher, der auch schon in den vergangenen beiden Endspielen der French Open gestanden ist, hofft, dass er im dritten Versuch am Sonntagabend in London den Coup schafft.

Thiem stellt sein Match gegen Stefanos Tsitsipas am Sonntagabend (19.00 Uhr MEZ) durchaus mit jenen Spielen in Roland Garros gleich. "Es fühlt sich ähnlich an, aber die Turnierverläufe sind einfach komplett anders. So ein Finale hier, ist vielleicht sogar noch ein bisserl schwerer zu erreichen, weil hier nur die Top 8 mitspielen", erklärte Thiem. Man müsse, um das Endspiel zu erreichen, drei der besten Spieler der Saison innerhalb einer kurzen Zeit schlagen. "Es bedeutet mir sehr viel und es wird definitiv gemeinsam mit den zwei French-Open-Finali das wichtigste Match meiner Karriere werden."

Ein Mitgrund für seinen mit Abstand besten Herbst der Karriere ist wohl auch die Trainerumstellung. Der ihm unterlegene Alexander Zverev hatte die Arbeit von Neo-Coach Nicolas Massu mit Thiem zuvor sehr gelobt und sogar gemeint, Thiem würde nun auf anderen Belägen "um das 20-fache besser spielen".

Thiem nahm dies lächelnd zur Kenntnis. "Ich glaube schon, dass eine riesige Verbesserung da ist seit wir angefangen haben, in einigen Sachen. Abgesehen vom Spielerischen habe ich heuer eine unglaubliche Bilanz bei den Drei-Satz-Matches." Zudem habe er ein paar Sachen geändert, die ihm nun gerade in der Halle sehr zugutekommen. Zum Beispiel? "Dass ich mit der Vorhand ein bisserl kürzer aushole. Und wir haben das ganze Jahr kontinuierlich an den Sachen gearbeitet, wo es gehapert hat: das ich näher zur Linie komme, mein Netzspiel verbessere und die Spieleröffnung verbessere (Aufschlag, Return)."

Besonders seit dem Davis Cup und Laver Cup, als er nach einer langwierigen Viruserkrankung wieder Wettkampftennis bestritt, sei es "echt in die richtige Richtung" gegangen. "Ich habe in der Zeit von Laver Cup via Asien bis jetzt einen echt großen Schritt gemacht."

Mit Freude hat Thiem auch zur Kenntnis genommen, dass sich Österreichs Fußball-Nationalmannschaft für die EM 2020 qualifiziert hat. "Ich bin immer überglücklich, wenn sich Österreich qualifiziert, weil wenn wir dabei sind, ist es um eine Spur geiler, die Euro mitzuverfolgen. Ich hoffe, dass ich es zu einem Match schaffe nächstes Jahr."