Nur Elfter bei der letzten WM. Kilian Fischhuber wollte in München ins Finale. Im Halbfinale war aber bereits Endstation.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 25. August 2014 (10:22)
An sich selbst gescheitert. Bei der letzten Weltmeisterschaft seiner Karriere wollte Kilian Fischhuber in München unbedingt ins Finale. Der Waidhofner verpatzte aber das Semifinale und musste sich mit Rang elf begnügen. »Ich bin einfach schlecht geklettert«, suchte der Wahl-Tiroler erst gar nicht nach Ausreden. Foto: ÖWK - Elias Holzknecht
NOEN, Elias Holzknecht
Die letzte Weltmeisterschaft seiner Karriere hatte sich Kilian Fischhuber irgendwie anders vorgestellt. Der fünffache Gesamtweltcupsieger im Bouldern wollte bei seiner achten Weltmeisterschaft unbedingt ins Finale. Obwohl er wusste, dass die Vorbereitung auf das Event in München nicht optimal verlaufen war.

„Mich hat vor zwei Wochen ein Virus gepackt, aber bei der WM war ich gesund und fit. Das zählt nicht als Ausrede“, betonte der Waidhofner.

Auftakthürde noch souverän gemeistert

Vom hartnäckigen Virus, das Fischhuber einige Zeit zum Nichtstun gezwungen hatte, war bei der Qualifikation so gut wie nichts zu bemerken. Fokussiert, abgeklärt und mit viel Routine meisterte der Ybbstaler die Auftakthürde souverän.

Vier von fünf Bouldern konnte Fischhuber toppen und benötigte dafür nur acht Versuche. Eine Wertung, die keinem Konkurrenten mehr gelingen sollte.

„Die Pflichtrunde ist überstanden. Mit dem Halbfinale steht nun aber die schwierigste Runde bevor“, wusste der 31-Jährige um die Schwierigkeit der Aufgabe. Und er dürfte bereits eine Vorahnung gehabt haben, denn das Semifinale lief nicht nach Wunsch.

Zu viele Fehler für das angepeilte Finale

Als Führender nach der Qualifikation betrat Fischhuber als letzter Athlet die große Bühne. Bereits beim ersten Boulder gelang das Top nicht. Der zweite Boulder war für den Niederösterreicher erst im sechsten Versuch zu toppen. Somit war klar, dass er für den heiß ersehnten Finaleinzug die letzten beiden Boulder ebenfalls toppen muss.

Das gelang nicht. Der Traum vom Finale platzte schon bei Boulder Nummer drei. „Ich bin einfach schlecht geklettert und habe Fehler gemacht, die ich sonst nicht mache“, war Fischhuber enttäuscht über Platz elf.

In Zukunft wird der Waidhofner, der vor kurzem sein Studium beendete, ein wenig zurückstecken. „Das Karriereende möchte ich aber nicht verkünden. Ich werde nächstes Jahr im Frühjahr schauen, wie groß die Motivation noch ist und dann entscheiden.“


Hintergrund:

x
NOEN, (www.redbullcontentpool.com)

Kilian Fischhuber

Geburtsdatum: 1. August 1983
Geburtsort: Waidhofen/Ybbs
Wohnort: Innsbruck (seit 2002)
Verein: OeAV Waidhofen
Größte sportliche Erfolge: Fischhuber gewann als erster Kletterer fünfmal den Gesamtweltcup im Bouldern (2005, 2007, 2008, 2009, 2011). Zudem kürte er sich zum Vize-Weltmeister (2005) und Europameister (2013).

Die weitere Karriere:
Die Weltmeisterschaft in München am Wochenende war die achte und letzte für Kilian Fischhuber, der seine Karriere schön langsam ausklingen lässt. Der Waidhofner beendete heuer sein Lehramtsstudium für Sport und Englisch. Außerdem läuft sein Vertrag beim Bundesheer aus.