Alexander Bichl: Der Marathon-Mann im Gespräch. Der Zwettler Vielläufer Alexander Bichl hat seinen 500. Lauf binnen vier Jahren absolviert. Der NÖN erzählt er, wie er das alles schafft.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 03. Oktober 2019 (14:15)
NOEN
Von seinem neuen Laufclub LC Werbeprofi gab‘s zum 500. Lauf eine eigene Trophäe für Alexander Bichl (am Bild mit Lebensgefährtin Anna Dersch).

Das Finale des Waldviertler Laufcups in Litschau markierte für Alexander Bichl ein besonderes Datum. Rund um den Herrensee bestritt der 40-jährige Zwettler nämlich seinen 500. offiziellen Lauf-Wettkampf innerhalb von vier Jahren.

„Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Zahl schaffen konnte und noch dazu einigermaßen verletzungsfrei. Ohne der Unterstützung meiner Lebensgefährtin Anna und der Familie hätte ich das sicher nicht geschafft,“ erklärt Bichl, der extra beim Run4Dreams in Wien zweimal startete, damit sich das Jubiläum in Litschau ausgeht – was sich mit einem Doppelsieg auch auszahlte. Der Vielläufer ist aber auch sonst praktisch immer im Spitzenfeld vertreten. Wichtig für ihn.

Ein „einfach nur so“-Mitlaufen, damit er möglichst viele Läufe zusammenbekommt, kam für ihn nie in Frage. Der Leistungsgedanke steht immer im Vordergrund. Doch wie kam Bichl überhaupt auf diese Idee? „Das hat sich schrittweise entwickelt“, erzählt Alex Bichl. „Ich wollte einmal über 100 Wettkämpfe in einem Jahr bestreiten (das schaffte er 2016 beim Mandelsteiner Berglauf, am Ende des Jahres hatte er sogar 140 beisammen; Anm.), dann war das Ziel 300 Läufe in drei Jahren und dann jetzt diese 500 Teilnahmen.“

Geburt seiner Tochter verschiebt Prioritäten

Um diese Belastungen möglichst gut bewältigen zu können, sah Bichl das Laufen währende der Woche als Regeneration an. „Qualität statt Quantität“, verdeutlicht er. Dabei vermeidet er auch weitestgehend den Asphalt, damit die Gelenke geschont werden. Die Läufe am Wochenende seien dann gleichzeitig das Training gewesen. Bichls Rekord liegt bei fünf Wettkämpfen in nur einer Woche.

Aus der großen Leidenschaft entwickelte sich mittlerweile auch schon eine Art „Sucht“: „Wenn ich jetzt an den nächsten Lauf denke, brennt es schon wieder in mir. Man hat von Woche zu Woche ein Ziel vor Augen.“ Damit Bichl jedes Wochenende seiner Berufung nachgehen kann, braucht es neben einem guten Zeitmanagement auch die Unterstützung der Familie: „Zum Glück läuft meine Partnerin Anna (Dersch; gewann in Litschau den Hobbylauf) auch und versteht mich, sonst würde es nicht gehen. Ich habe aber erst kürzlich Nachwuchs bekommen, da verschieben sich dann schon die Prioritäten und ich werde mich verstärkt dem Lauftraining meiner Tochter Amanda widmen.“

In Zukunft möchte er gerne einmal neue Wettkämpfe laufen, die sich zeitmäßig bisher nie ausgegangen sind. Er räumt aber auch, dass ihm ein wenig die Ziele ausgehen. „Ein sehr fernes Ziel wären 1.000 Läufe in 10 Jahren. Ich weiß aber nicht, ob ich das meinem Körper antun soll“, schmunzelt Bichl.