Zwei Match-Bälle für URW. Waldviertel legte in Graz wieder vor. Jetzt will man schon in Zwettl das Final-Ticket lösen.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 31. März 2021 (02:14)
Ein verschworener Haufen. Nach zwei Auswärtssiegen gegen Graz wollen die Waldviertler mit dem ersten Heimsieg in der Serie den Finaleinzug fixieren.
URW Waldviertel, URW Waldviertel

Noch vor zwei Wochen sah URW-Manager Werner Hahn als Nachteil, dass Graz in der Halbfinal-Serie mehr Heimspiele hat. Mittlerweile hat sich der Wind gedreht. Denn die Waldviertler gewannen auch das zweite Spiel in Graz, stellten in der „Best of Five“-Serie auf 2:1 und haben diese Woche gleich zwei Möglichkeiten, um den Finaleinzug zu fixieren.

„Das ist nichts für schwache Nerven“, bemerkt Werner Hahn. Denn das Semifinale zwischen URW und den Grazern verspricht wieder einmal knappe Partien. Zweimal knackten die Nordmänner dabei den steirischen Riegel über die Maximal-Distanz. Am Freitag lagen die Gäste am Weg dorthin schon 1:2 an Sätzen zurück.

Nach gutem Start in die Bredouille gekommen

Graz erwischte den besseren Start. Die Waldviertler fanden aber angeführt von Daan Streutker immer besser in die Begegnung. Die Heimischen hatten dem dann nichts mehr entgegenzusetzen, verloren Satz eins klar. Danach schwankte das Momentum hin und her. Unnötige technische Fehler brachten URW im zweiten Satz in die Bredouille. Im dritten Abschnitt zogen die Gäste durch Martin Licek davon, in der Crunchtime aber kämpften sich die Murstädter zurück, gingen am Ende des Satzes erstmals in Führung und gewannen diesen mit 25:23.

Im Showdown dann souverän

Damit standen die Nordmänner trotz guter Leistungen plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Gerade jetzt zeigte sich aber die mentale Stärke der Waldviertler. Zur Mitte des vierten Satzes erspielte sich URW erstmals einen klaren Vorsprung und gab diesen nicht mehr her (25:20).

Also Showdown im fünften Satz

Jetzt würden Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Waldviertel legte vor, Graz kämpfte sich zurück. Bei 13:13 Time Out. Damit war der Flow der Steirer gestört. Ein sicheres Sideout der Nordmänner. Dann fischte Libero Martin Weber einen Block-Abpraller aus der Diagonale und Topscorer Daan Streutker beendete mit seinem 28. Punkt die Partie.

„Wer ersten Fehler macht, verliert“

„Im letzten Satz waren wir sehr souverän, auch wenn Graz mit etwas Glück durch einen Netzroller nochmal ausgleichen konnte“, resümierte Werner Hahn. „Alles in allem sind das in dieser Halbfinal-Serie aber ganz enge Partien. Da geht es wirklich Punkt um Punkt. Wer als Erster zwei Fehler macht, der verliert…“

Dass die Nordmänner derart auf Augenhöhe mithalten, stimmt Hahn sehr positiv: „Mit der jungen Mannschaft. Bei der Personalsituation.“ Smejkal konnte zwar erstmals im Halbfinale seine Top-Six aufs Feld schicken, weil Evangelios Vaiopoulos, Pavel Bartoš (beide Knöchel) und Maciej Borris (Knie) durchbissen. „Aber sie beißen eben durch, sind nicht vollfit“, betont Hahn. „Darum sind das alles Kampfspiele. In den Play-offs ist im Endeffekt eh egal, wie du die Spiele gewinnst. Aber wir spielen nicht so wie wir können.“

Fokus auf die Fitness

Dementsprechend wurde das Physio-Team für die Vorbereitung auf die nächsten Partien verstärkt. „Will man gegen ein Topteam wie Graz bestehen, braucht man fitte und gesunde Spieler, sonst hat man keine Chance“, sagt Coach Smejkal.

Und bestehen, das will URW gegen die Steirer auf alle Fälle. „Wir werden jetzt alles daran setzen, eines der beiden Spiele zu gewinnen und ins Finale aufzusteigen“, gibt Hahn die Marschroute vor. „Beide Teams sind auf Augenhöhe, aber wir werden wieder volles Risiko am Service gehen und so hoffentlich schon am Mittwoch daheim alles klar machen.“

Um Titel gegen Aich/Dob oder um Bronze gegen Amstetten

Wohin auch immer die Reise für die Waldviertler geht: Der nächste Gegner steht schon fest. Das dritte Halbfinalspiel zwischen Aich/Dob und Amstetten wurde zwar wegen Coronafällen bei den Niederösterreichern abgesagt, einen Nachtragstermin wird es auf Wunsch der Amstettner, die in der Serie schon 0:2 zurücklagen, jedoch nicht geben. Damit steht Aich/Dob wieder im Finale, kämpft um den dritten Meistertitel in Serie. Wieder gegen die Nordmänner? Wenn nicht, dann gibt‘s ein NÖ-Derby um die Bronze-Medaille.