Armin Kugler: Im Wohnzimmer zum nächsten Sieg. Armin Kugler lässt sich beim Saisonauftakt im eigenen Haus in Langschlag den Sieg nicht nehmen und siegt vor zwei Schweizern.

Von Mathias Schuster und Maximilian Köpf. Erstellt am 01. Mai 2019 (02:17)
Mathias Schuster (3), Eurojack/Jürgen Durl (1)
Der Urschrei des Rekordsiegers. Armin Kugler ließder Konkurrenz beim Heimbewerb in Langschlag keine Chance, verwies die Schweizer Christophe Geisslerund Cyril Pabst klar auf weiteren Ränge.

Einer war in seinem Wohnzimmer wieder ganz oben. Der Steinbacher Armin Kugler bestätigte beim Eurojack-Auftaktbewerb in Langschlag seine unheimliche Form, hackte, schnitt und sägte sich zum Triumph in der Heimat. Aber auch die übrigen Waldviertler zeigten mit starken Platzierungen auf.

Nach dem ersten Bewerb lag Kugler nur im Mittelfeld. Beim „Single Buck“ mit der zwei Meter langen Zugsäge war die Scheibe in 14,53sek abgeschnitten. „Ich hab’ beim letzten Zug zuviel gewollt, hab versucht, in einem Zug durchzukommen, dann aber noch einen halben Zug mehr gebraucht“, schildert Kugler. „Das hat ein paar Sekunden gekostet.“ Der Tscheche Martin Rousal war fünf Sekunden schneller, kratzte sogar am Weltrekord. Der Oberlembacher Josef Laier wurde Zweiter.

„Die Kulisse war super! Im Umkreis von fünf Kilometern hat es überall geregnet, nur bei uns kein Tropfen. Ein Traum!“ Kurt Graf zog eine Top-Bilanz

„Dann hat’s aber zu laufen begonnen“, schmunzelt Kugler. Rechtzeitig zur Königsdisziplin „Springboard“ war er wieder voll da und hackte sich sechs Sekunden vor dem Schweizer Christophe Geissler als Erster durch den 27 Zentimeter dicken Stamm. Auch der „Underhand Chop“ ging an Kugler, der nur beim „Flying Disc“ noch einmal haderte: „Der Block war relativ trocken. Dann steht er nicht so gut, dreht sich mehr mit, wodurch du die Kraft der stärkeren Motorsägen gar nicht so ausnutzen kannst. Darauf hätte ich im Training mehr Augenmerk legen können. Aber es passt schon, das war ein sehr guter Wettkampf.“ Mit 35,88sek wurde Kugler Vierter hinter Geissler, Klubkollege Matthias Hinterreither und dem Deutschen Stefan Eble. Nach Rang drei im „Standing Block Chop“ und Rang zwei (hinter Laier) im „Hot Saw“-Bewerb war der Sieg vor Geissler in trockenen Tüchern. Dritter wurde Pabst. Zweitbester Österreicher war Laier auf Platz sieben.

Drei weitere Langschlager Holzknechte waren unter den Top 18. Sehr zur Freude von Eurojack-Mastermind Kurt Graf: „Auch bei den Damen war Gisela Paulnsteiner wieder sehr stark.“ Die Gerungserin war zwar mit ihrer Leistung beim „Flying Disc“ nicht zufrieden, verspielte beim „Standing Block Chop“ eine bessere Platzierung. Den Damenbewerb im Klettern entschied sie mit einer Sekunde Vorsprung auf Silvia Rentenberger aber für sich und sorgte für Jubel unter den vielen begeisterten Zuschauern.

Terminprobleme: Kuglers 6. Titel wackelt

„Die Kulisse war super“, sagte Graf. Auch das Wetter meinte es gut. „Im Umkreis von fünf Kilometern hat es überall geregnet, nur bei uns nicht. Ein Traum.“ Dem Wettbewerb hätte die Nässe keinen Abbruch getan, so Graf, „aber für die Besucher wäre es nicht schön gewesen, viele wären gar nicht gekommen.“

Apropos nicht kommen: Der nächste Eurojack-Bewerb steigt Ende Mai womöglich ohne Armin Kugler, der am selben Wochenende an der Stihl Champions Trophy bei Göteborg in Schweden an den Start geht, tags darauf wäre Eurojack in der Schweiz. „Mit dem Flugzeug geht es sich nicht aus. Mit dem Auto müsste ich direkt nach dem Bewerb wegfahren, über Nacht 16 Stunden durchfahren und dann ohne Schlaf starten“, schildert er. „Ob ich mir das antue, weiß ich noch nicht. Ob es überhaupt etwas bringt…“

Saisonziel ist der sechste Eurojack-Gesamtsieg in Serie. „Ich bin toll in Form. Wenn ich einen Bewerb auslassen muss, ist das aber kaum aufzuholen.“ Noch dazu, wo der Schlussbewerb in Grendelbruch mit der Staatsmeisterschaft zusammenfällt. „Terminlich ist es heuer schwierig“, sagt Kugler. „Aber Grendelbruch würde ich schaffen, von Oberösterreich nach Frankreich sind es sieben Stunden. Verglichen mit der Schweden-Geschichte, ist das ein Klacks.“