Zeitfahren auf der Umfahrung statt Marathon. Zwettls Kosmopiloten entschieden sich gegen die Austragung des Radmarathons. Dafür feiert das Zeitfahren auf der Umfahrung zwei Jahre nach der Premiere eine Neuauflage.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 06. März 2019 (08:56)
NÖN-Archiv
Organisator Paul Robl erklärt im Gespräch mit der NÖN die Vorteile des Zeitfahrens.

Gute und schlechte Nachrichten für Radsportfans. Nach dem Gmünder Radmarathon, hat auch die beliebte Rundfahrt in Zwettl hat vorerst ausgedient. An seine Stelle tritt am 4. August das Zeitfahrrennen „Kosmoraze“, zum bislang einzigen Mal ausgetragen bei der Eröffnung der Umfahrung vor zwei Jahren.

„Das ist besser planbar, spricht eine größere Zielgruppe an, und wir minimieren dadurch das Risiko“, nennt Organisator Paul Robl von den Zwettler Kosmopiloten die Gründe. Zuletzt wurde in Kärnten ein Musterprozess abgehandelt, nachdem ein Rennradfahrer bei einem Radmarathon gestürzt war und nun im Rollstuhl sitzt. Auslöser für den Unfall könnte ein Schlagloch gewesen sein. „Jetzt wurde geprüft, ob die Veranstalter zur Verantwortung gezogen werden. Die wurden zwar (am Donnerstag; Anm.) in erster Instanz freigesprochen, aber das hat davor unsere Entscheidung beeinflusst. Wir wollten unser Glück nicht herausfordern, denn diese Verantwortung zu übernehmen, ist enorm“, erklärt Robl.

„Zwettl liegt im Tal, muss es immer eine Abfahrt geben. Da kann man gar nicht so viele Vorkehrungen treffen, dass nicht irgendeiner sagen könnte, die Stelle hätte besser abgesichert gehört. Und dann muss man damit rechnen, vor Gericht zu landen.“

Sperre der Umfahrung bringt mehr Sicherheit

Mit dem Einzelzeitfahren auf der Umfahrung um Zwettl entledigt man sich dieser Sorgen. „Mann muss aber sagen, dass das nicht der einzige Grund ist. Dadurch, dass wir eine Totalsperre der Umfahrung kriegen, wird es nicht nur viel sicherer, wir brauchen auch weniger Personal, weil die Strecke kürzer ist“, weiß der Veranstalter.

Zudem würde man durch ein deutliches Plus an Startern höhere Einnahmen generieren, die den Mitgliedern in Form von vielfältigen Trainingsmöglichkeiten zugutekommen. „Das Zeitfahren spricht nicht nur Radfahrer, sonder auch Triathleten an. Wir haben das Rennen jetzt für 600 Teilnehmer freigegeben, beim ersten Mal waren es 300. Mit denen können wir auch besser kalkulieren, denn beim Radmarathon waren zwischen 250 und 350 dabei und wir waren sehr von den Nachnennungen abhängig. Das heißt, die Teilnehmer haben ein höheres Startgeld riskiert und dafür abgewartet, ob das Wetter auch gut ist. Das fällt beim Zeitfahren weg.“

Es werde wieder zwei Klassen geben, jeder darf die Umfahrung nicht nur auf dem klassischen Rennrad, sondern mit jedem beliebigen Rad bewältigen, so Robl. Ein Comeback des Radmarathons möchte er ebenso wenig ausschließen, wie die Möglichkeit, beide Veranstaltungen in einem Jahr unterzubringen. „Bei der Eröffnung haben wir das auch gemacht. Aber man darf die Freiwilligkeit der Mitarbeiter nicht überstrapazieren. Wenn die Begeisterung und der Rückhalt im Verein für beide Sachen da ist, steht dem nichts im Wege.“