Mit neuen Reifen zur Sensation. Duell in Kamnik stand bei der Abfahrt unter keinem guten Stern. Doch die Waldviertler trotzten allen Vorzeichen.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 05. November 2019 (17:53)
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Mit starker Blockleistung machten die Waldviertler den Grazern das Leben in der Stadthalle schwer.Fotos: Friedrich Schiller

Eine Dreiviertelstunde nach der geplanten Abfahrt zum MEVZA-Kracher bei der slowenischen Spitzenmannschaft aus Kamnik, saßen die Nordmänner noch immer in Zwettl fest. „Übeltäter“ war der fahrbare Untersatz. „Die Reifen waren kaputt, wir haben schon befürchtet, dass wir uns verspäten“, schmunzelt Manager Werner Hahn.

Mit einem neuen Satz ging die Reise doch noch los, auf der die Verantwortlichen dann wieder alles im Griff hatten. „Die ganze Fahrt war bis ins kleinste Detail durchgeplant. Wie lange die Etappen dauern, wann wir essen, und ein ganzes Paket, um die Stimmung in der Mannschaft hochzuhalten“, schwärmt Hahn. „Guru“ Franz Ziegler war als mobiler Küchenchef im Einsatz, am Parkplatz kam der Campingkocher zum Einsatz. Hahn ist stolz: „Da greift ein Rad ins andere. Mit diesen Kleinigkeiten im Umfeld können wir für unsere Verhältnisse die besten Bedingungen für die Mannschaft schaffen. Spielen können sie sowieso.“

Schweres Los beim Heimspiel-Triple

Gegen Kamnik war dann von Startschwierigkeiten nichts mehr zu sehen, das hohe Risiko der Waldviertler machte sich von Beginn an voll bezahlt. Das freut den Manager besonders: „Weil es in vielen Spielen so ausschaut, als würden wir beim Service zu viele Fehler machen. Aber dieses Risiko wird immer berechenbarer und das ist unsere Idee. Gegen große Teams können wir nur so bestehen.“ Auch gegen Graz wurden die Nordmänner nach dem ersten Satz für ihre gewagte Spielweise belohnt. „So sind es unglaubliche Volleyballtage geworden, die wir jetzt genießen.“

„Das Risiko wird immer berechenbarer. Gegen große Teams können wir nur so bestehen.“Werner Hahn, URW-Manager

Weitere sollen im Heimspiel-Triple gegen Sokol (AVL), Maribor (MEVZA) und Craiova (CEV-Cup) folgen, am Mittwoch, Samstag und dem darauffolgenden Dienstag ist die Stadthalle Zwettl ab 19 Uhr für die Smejkal-Truppe reserviert. „Ich freue mich auf drei tolle Spiele mit unseren großartigen Fans“, hofft Hahn wieder auf volle Ränge. Die wird es vor allem im letzten Spiel geben, wenn über 120 Kinder aus drei Schulen die Mannschaft zusätzlich anfeuern. „Das bedeutet auch einen großen logistischen Aufwand, wir überlegen sogar, Zusatztribünen aufzustellen.“ Sportlich habe man mit Craiova das schwerste Los gezogen, mit dem Selbstvertrauen aus Kamnik im Gepäck, soll es trotzdem klappen. „Jedes andere Los wäre mir lieber gewesen“, sagt Hahn. „Aber möglich ist alles, das haben wir jetzt gesehen.“