Finale wurde zum Volleyball-Fest. Ljubljana schoss beim Final Four in Zwettl ein Feuerwerk ab, gewann souverän. Waldviertler stark, aber mit Pech am Ende.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 03. März 2021 (01:35)
Ljubljana gewann die MEVZA- Liga bereits zum elften Mal.
Ljubljana gewann die MEVZA-Liga bereits zum elften Mal.

Das MEVZA-Final-Four spielte auch im zweiten Jahr in der Zwettler Stadthalle alle Stückerl. Am Samstag und Sonntag machten sich dort Ljubljana, Maribor und Kamnik mit URW Waldviertel den Sieg in der MEVZA-Liga aus. Die Zuschauer mussten zwar daheim bleiben, konnten dort via Livestream zuschauen, aber ein Volleyballfest wurde das Finalturnier der mitteleuropäischen Meisterschaft einmal mehr.

„Die Organisation war top, die Streams haben top funktioniert, sind super angekommen. Und dazu haben wir richtigen Mega-Volleyball gesehen. Ich habe schon lange keine so guten Spiele mehr gesehen. Die slowenischen Teams sind ihrer Favoritenrolle wirklich gerecht geworden“, überschlägt sich URW-Manager Werner Hahn nach dem MEVZA-Finale in Superlativen.

URW auf Medaillenkurs ausgerutscht

So positiv das Resümee der Nordmänner in Sachen Organisation ausfällt, so gemischte Gefühle kommen hoch beim Gedanken an das eigene sportliche Abschneiden. Im Halbfinale bekam man es mit Top-Favorit Ljubljana zu tun, war schlicht chancenlos. „ACH war uns klar überlegen. Aber wir hatten von vornherein unseren Fokus auf das Spiel um den dritten Platz gelegt“, betont Hahn. Ebendort bekam es URW wie im Vorjahr mit Kamnik zu tun. Und die Taktik schien aufzugehen. Die Führung wechselte zwar mehrmals, URW hatte im ersten Satz aber die Nase vorne. „Wir haben super gespielt, uns ist alles aufgegangen. Wir waren auf Medaillenkurs“, sagt Hahn.

Trotz Ausfall stark

Im zweiten Satz lief es weiter wie am Schnürchen. Dann aber der Schock: Pavel Bartoš knickte unter dem Netz um, konnte nicht weiterspielen, musste zur Abklärung sogar ins Krankenhaus. Damit fiel den Waldviertlern der zweite Aufspieler aus (Christoph Hahn ist ja noch verletzt). Die Außenangreifer Martin Licek und Leo Tille mussten einspringen. „Die Leistungen waren auch danach noch top, aber es ist sich einfach nicht mehr ausgegangen“, erklärt Hahn. „Das ist sehr bitter…“ Zumal Bartoš den Nordmännern jetzt auch im AVL-Finish abgeht.

Tragischer Held. Pavel Bartoš (M.) musste im Spiel um Platz drei verletzt raus.
Ljubljana gewann die MEVZA-Liga bereits zum elften Mal.

Das Finish im Spiel um Platz drei ging dann mehr oder weniger klar an Kamnik, dass es so nach dem schweren Halbfinale, das in einen Fünfsatz-Krimi gegen Maribor ausartete, mit einer etwas leichteren Aufgabe zu tun bekam. Wenngleich sich URW aber nicht aufgab. „Unglaublich schade, was heute passiert ist“, seufzte Trainer Zdenek Smejkal nach dem Match. „Bis zur Verletzung waren wir sehr gut im Spiel. Jetzt blicken wir mit Sorge in die Zukunft…“

Der Favorit gewann souverän

Den Sieg holte sich ganz klar Ljubljana. Der Top-Favorit, der unter der Woche wie erwartet mit zwei Siegen in den Nachtragsspielen im Grunddurchgang noch auf Rang eins hüpfte, war nicht nur für die Nordmänner im Halbfinale eine Nummer zu groß, sondern dann im Endspiel auch Maribor, das am Samstag gegen Kamnik in einer anstrengenden Partie über die volle Distanz gehen hatte müssen.

Im ersten Satz überraschten die Marburger dennoch. Sie nutzten eine kleine Schwächephase am Service der Laibacher aus und holten sich den ersten Satz 25:23. Mit der Hereinnahme von Matej Kök – der Aich/Dob-Star-Angreifer der Vorsaison saß im ersten Satz auf der Bank – steigerte sich ACH Volley am Service und verzeichnete auch klare Vorteile durch die Mitte. Das Ergebnis: Ausgleich nach einer Stunde.

„Aber die Fans fehlten in der Halle…“ Im dritten Abschnitt bäumte sich Maribor noch einmal auf, kam angeführt von Youngster Rok Mozic (19) in die Verlängerung. Dort setzte sich Ljubljana aber 29:27 durch und ebnete sich so selbst den Weg zur Titelverteidigung, dem bereits elften MEVZA-Titel.

„Maribor ist immer ein schwerer Gegner, heute mussten wir an unsere Grenzen gehen“, so ACH-Coach Matija Plesko und auch Matej Kök, der zum besten Spieler gewählt wurde, betonte: „Es war ein gutes Spiel und ein richtiges Finale, mit den besten Teams der Saison. Es hat mir gefallen, wieder einmal hier in Zwettl zu spielen. Ich mag die Halle sehr – auch wenn die Fans natürlich fehlen.“