Obmann: „Kein Lauf, aber Arbeit lief weiter“. SC-Zwickl-Zwettl-Obmann Reinhard Poppinger über das Coronajahr 2020, einen möglichen Lauf-Boom und Zukunftsaussichten.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 03. März 2021 (02:35)
Mit neuer Wäsch‘ ins neue Jahr. Aus sportlicher Sicht lief 2020 auch beim SC Zwickl Zwettl eher mager ab, hinter den Kulissen werkten Obmann Reinhard Poppinger und sein Team aber fleißig weiter – unter anderem an der Erweiterung des Sortiments der Vereinsbekleidung.
Maximilian Köpf

Bald wird‘s ein Jahr, dass die Covid-19-Pandemie sich auch im Waldviertel breit gemacht hat und von einen Tag auf den anderen der Alltag durch Lockdowns und viele andere Corona-Regeln neu definiert wurde. Auch die Sportwelt hörte sich ein Stück weit auf zu drehen – im Amateur- und Breitensportbereich ist das heute noch so.

Nur wenige Einzelsportarten wie das Laufen waren stets erlaubt. Für den SC Zwickl Zwettl, mit der größte Laufverein im Waldviertel, war es dennoch ein Jahr voller Verzicht. Die NÖN hielt mit Obmann Reinhard Poppinger Rückschau und sprach mit ihm über …

… das Sportjahr 2020 im Zeichen von Corona – und Laufen als Ausgleich dazu: „Das Laufen an sich hat vielleicht sogar einen Boom erlebt, weil es eine der wenigen Sportarten war, die immer erlaubt waren. Aber das betrifft hauptsächlich die Einzelläufer. Klassische Lauftreffs, wie wir sie beim SC Zwickl Zwettl normalerweise zweimal wöchentlich haben, waren ja auch nicht immer unter normalen Bedingungen möglich. Auch das Zirkeltraining im Winter mit Christina Lechner mussten wir absagen. Das setzt mir persönlich zu, weil ich einer bin, der sich am liebsten in der Gruppe bewegt, ich mich da am besten motivieren kann. Vor allem hat das Gesellige gelitten, was einen Verein, auch einen Laufverein, eigentlich ausmacht. Es gab ab März keine Wettkämpfe im Waldviertel, bei denen die Mitglieder sonst zusammenkommen, nach dem Lauf picken bleiben, sich austauschen. Mittlerweile ist man ja schon froh, wenn man zufällig einmal jemanden wo trifft.“

„Das Laufen an sich hat vielleicht sogar einen Boom erlebt. Aber das betrifft die Einzelläufer. Das Gesellige, was auch einen Laufverein ausmacht, hat gelitten. Reinhard Poppinger, Obmann SC Zwickl Zwettl

… den Austausch im Verein, wenn er nicht persönlich stattfinden kann: „Die Arbeit im Vorstand ist nicht viel weniger geworden, weil dennoch viel organisatorische und administrative Dinge angefallen sind. Wir haben etwa unser Vereinsbekleidungssortiment wieder erweitert. Sitzungen waren weiterhin regelmäßig nötig, nur haben wir uns dann eben über Zoom-Meetings getroffen oder zusammentelefoniert. Das funktioniert an sich gut, auch wenn vieles persönlich leichter ginge. Was etwas auf der Strecke bleibt, ist der Austausch mit den Mitgliedern. Auch die Mitglieder-Werbung, die sonst meist bei den Läufen passiert. Wir haben aber trotzdem 2020 zehn neue ‚Zwickler‘ dazubekommen, stehen aktuell bei genau 240 Mitgliedern. Das ist schon eine stolze Summe.“

… die Nachwuchsabteilung: „Der Nachwuchs hatte es sicher mit am schwierigsten. Es gab keine Wettkämpfe und Trainings waren auch kaum möglich. Nur im Herbst gab es ein Fenster, in dem wir mit Voranmeldung trainieren konnten. Das tut uns sehr weh.“

… den 15. Kamptallauf, mit dem der SC Zwickl Zwettl im August den einzigen Lauf nach Ausbruch der Corona-Pandemie im Waldviertel veranstaltete: „Wir hatten Glück, im Sommer das Fenster ausnützen zu können. Der Kamptallauf ist wirklich tadellos über die Bühne gegangen. Jeder hat ihn unbeschadet überstanden. Da muss man aber auch betonen, dass wir sehr eng und gut mit der Bezirkshauptmannschaft und dem Amtsarzt kooperiert haben, ein gutes Corona-Konzept ausgearbeitet haben. Herausforderung war auch, dass wir nicht recht gewusst haben, wie der Lauf ankommt. Überrennen die uns, weil es der erste Lauf seit Ewigkeiten ist? Kommt vielleicht gar keiner? Im Endeffekt hat es mit 75 Startern aber sehr gut geklappt. Das Wetter war auch perfekt, es war wirklich ein schöner Lauf. Wir sind froh, dass wir es durchgezogen haben. Die Rahmenbedingungen haben es ermöglicht.“

… über den Zwettler Stadtlauf im Juni, der wegen der Pandemie abgesagt werden musste, und die mögliche Austragung 2021: „Dass der Stadtlauf 2020 nicht gehen wird, hat sich früh abgezeichnet, daher konnten wir rechtzeitig reagieren, auch unsere Sponsoren informieren und haben dann im Endeffekt nicht viel verloren. Schade war‘s aber natürlich, dass er nicht stattfinden konnte. Für heuer hängen wir auch noch ein bisschen in der Luft. Geplant wäre, dass wir den Sparkassen-Stadtlauf am 26. Juni durchziehen. Jetzt hoffen wir natürlich darauf, dass die Corona-Regeln das auch zulassen, dass sich die Lage bis dahin wieder entspannt, uns die Lockerungen als Laufverein doch auch wieder früher treffen. Ende April ist aber die Deadline, bis dahin müssen wir wissen, ob wir den Stadtlauf durchziehen, damit wir die Sponsoren rechtzeitig informieren und alles noch bei Zeiten organisieren können. Den Kamptallauf hätten wir für 7. August angesetzt und am 27. November wäre der Crosslauf im Zwettltal geplant – im Anschluss daran die Weihnachtsfeier, wenn so etwas bis dorthin wieder erlaubt ist. In der Adventzeit hätten wir auch einen Vereinsausflug geplant. Da sind aber noch die Details zu klären.“

… über den Waldviertler Laufcup, der nach der Absage voriges Jahr heuer wieder durchgezogen werden soll: „Ich hoffe, dass wir heuer wieder eine Cup-Wertung zusammenbringen. Aber da kannst du zurzeit noch keine Prognosen abgeben. Der Horner Stadtlauf wurde ja schon wieder abgesagt. Ob Reingers im Mai schon geht, muss man auch abwarten. Generell ist der Laufkalender heuer sehr herbstlastig, weil natürlich jeder hofft, dass die Situation dann besser ist. Im Cup sind im September drei Läufe, auch im Oktober noch einer. Dazu kommen die großen Marathons wie Wien oder Linz. Und dann noch einige andere Läufe in der Umgebung. Es ist zu befürchten, dass sich da einige gegenseitig die Teilnehmer wegnehmen.“