AVL-Halbfinale: Graz zieht mit Waldviertel gleich. Nach dem Auswärtskrimi vom Mittwoch mussten sich die Waldviertler Volleyballer am Samstag daheim Graz geschlagen geben. Die Steirer glichen in der "Best of Five"-Serie aus.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 22. März 2021 (07:06)
Usercontent, URW Waldviertel

Nach dem fulminanten Halbfinal-Auftakt musste URW Waldviertel am Samstag daheim den ersten Rückschlag im AVL-Play-off hinnehmen. In der eigenen Halle verloren die Nordmänner 1:3, Graz stellte damit in der Serie auf 1:1, womit klar ist, dass es noch mindestens zwei Spiele zu sehen gibt. Das nächste am kommenden Samstag in Graz. 

In Zwettl gab man sich diesmal ziemlich zurückhaltend mit Prognosen. URW-Obmann Peter Kirchmayr wünschte sich ein 3:1 - und zur Schonung seiner Nerven ein Spiel, dass nicht so lange auf des Messers Schneide stehen würde wie der Halbfinal-Auftakt in Graz. 

Schlechten Start schnell ausgemerzt

Die Heimischen nahmen diesen Ball gleich auf - allerdings nicht so, wie sich der Obmann das gewünscht hatte. Denn Graz startete mit leichten Vorteilen in die Partie ehe sich Waldviertel über die Feldverteidigung in den Satz kämpfte. Dann aber setzten die Niederösterreicher die Gäste mit ihrem Service enorm unter Druck und gaben den gegen Satzmitte erspielten Vorsprung durch sicheres Side out-Spiel nicht mehr aus der Hand. Allen voran Marek Sulc überzeugte sowohl in der Feldarbeit als auch am Netz.

Auch zu Beginn des zweiten Satz zeigte sich ein ähnliches Bild. Graz nahm volles Risiko am Service und legte vor. Der portugiesische Aufspieler im Dress der Murstädter und MVP, José Jardim, gestaltete sein Zuspiel abwechslungsreich und setzte auch seine Schnellangreifer immer wieder gekonnt in Szene. Somit waren die Nordmänner im Block dieses Mal nicht so dominant wie gewohnt und hatten kaum Zugriff auf das Angriffsspiel der Gäste – Satzausgleich.

Weitere Verletzung bei Waldviertel

Das Spiel ging hochemotional weiter. Es wurde um jeden Ball gekämpft. Beide Teams nahmen volles Risiko beim Service, doch URW blieb unbelohnt. So endete der dritte Satz genauso wie der zweite mit 20:25.

Die Nordmänner mussten bereits im Abschlusstraining einen weiteren Namen der langen Liste der Verletzungen hinzufügen und so kam Artur Vincevolic im vierten Satz zu einem unerwarteten Einsatz als Mittelblocker. Der Litauer brachte trotz seiner geringeren Körpergröße neue Dynamik in das Spiel der Waldviertler und trug sich gleich durch einen grandiosen Blockpunkt in die Scorerliste ein.

Das Spiel entwickelte sich zu einem Krimi, ehe ein sehr knapper Ball zum 21:22 zugunsten der Gäste out gegeben wurde. Eine weitere knappe Entscheidung führte zu einer Vorentscheidung für die Gäste. Dieses Mal waren es nicht die Nordmänner, welche die Bigpoints machten. Somit glichen die Murstädter in der „Best of five-Serie“ aus und es gilt für die angeschlagenen Waldviertler bis zum nächsten Aufeinandertreffen am Freitag in Graz wieder fit zu werden.

Stimmen zum Spiel

„Heute hat es sich definitiv bestätigt, dass diese Serie schwer werden wird. Wir müssen unbedingt schauen, dass die verletzten Spieler wieder fit werden und in Graz angreifen können“, zeigt sich URW-Trainer Zdenek Smejkal eher enttäuscht.

Auch der Waldviertler MVP Marek Sulc sah den Willen zum Sieg heute nicht: „Wir starteten zwar sehr gut und waren konzentriert und geduldig. Danach nahm Graz volles Risiko am Service. Wir fanden nicht mehr ins Spiel und verloren den Siegeswillen“.

Graz-Trainer Robert Koch ist über den heutigen Sieg sehr froh, nun steht es in der Serie 1:1. „Die Halbfinalserie ist aber noch lang. Schauen wir, was passiert“.