250.000 Euro „erkämpft“

Erstellt am 28. Jänner 2013 | 00:00
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Konsumentenschutz / Experten der Arbeiterkammer waren auch für St. Pöltner eifrig im Einsatz. Am häufigsten gab es Probleme mit teuren Handyrechnungen und Finanzdienstleistungen.
Von Thomas Werth

ST. PÖLTEN / Ein arbeitsreiches Jahr haben die Mitarbeiter des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer hinter sich. Die erfolgreiche Bilanz: Rund 250.000 Euro wurden für St. Pöltner erkämpft. 5.300 telefonische Gespräche und mehr als 1.300 persönliche Beratungen wurden in der Bezirksstelle St. Pölten durchgeführt.

Die häufigsten Beschwerden gab es dabei rund um Handy und Finanzdienstleistungen. So haben sich 2012 knapp 600 Konsumenten im Raum St. Pölten mit Fragen wegen laufender Bank- und Finanzgeschäfte an die Experten der AKNÖ gewandt. Dabei ging es hauptsächlich um Kredite und Veranlagungen. „Im vergangenen Jahr sind wir vor allem mit unseriösen Anboten für Finanzanlagen oder für vermeintlich günstige Kredite, die sich später jedoch als teure Finanzberatungsverträge erweisen, konfrontiert worden“, berichtet Manfred Neubauer, Leiter des AKNÖ-Verbraucher- und Informationsservice. Außerdem sorgten Fremdwährungskredite aufgrund von Konvertierungsangeboten der Banken und der schlechten Erträge der zumeist fondsgebundenen Tilgungsträger bei vielen St. Pöltnern für Kopfzerbrechen. Für 2013 plant die AKNÖ daher verstärkte Aufklärungsarbeit rund um Spar-, Anlage- und Vorsorgeprodukte.

Störende Werbeanrufe Grund von Beschwerden 

Mehr als 550 St. Pöltner meldeten sich mit Fragen rund um das Telefon. Im Vordergrund standen dabei Beschwerden wegen überhöhter Handyrechnungen und ungebetener Werbeanrufe, dem sogenannten „Cold Calling“. Anfragen wegen Datendiensten waren hingegen rückläufig. „Die mit 1. Mai 2012 in Kraft getretene Kostenbeschränkungsverordnung bei Datendiensten hat Wirkung gezeigt. Wir hatten im zweiten Halbjahr weniger Anfragen zu dieser Problematik“, erklärt Neubauer.

Weniger Anfragen gab es auch rund um die klassische Internetabzocke. Neubauer vermutet dafür zwei Ursachen: „Einerseits die verstärkte mediale Berichtererstattung, andererseits hat die Arbeiterkammer mit Musterverfahren gegen unseriöse Website-Anbieter dazu beigetragen, die klassische Internetabzocke einzudämmen.“ Den Schwerpunkt der Anfragen bildeten 2012 deshalb Probleme beim Online-Shopping. Die Konsumenten plagten dabei vor allem Probleme mit bezahlter Ware, die nicht geliefert wurde, Probleme beim Rücktritt vom Onlinekauf, aber auch Abo-Fallen, die sich in Gratis-Apps für Smartphones oder Tablets verstecken.

Ein Erfolg war im Vorjahr auch die Werbefahrten-Datenbank (www.haendewegvonwerbefahrten.at), die in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK), der AK Wien, dem Land NÖ und dem Land Burgenland betrieben wird und die über 41.000 Mal aufgerufen wurde.

Den St. Pöltnern steht übrigens jeden Montag und Donnerstag ein Konsumentenschutzexperte persönlich zur Verfügung.