Absage für neues Design-Projekt

Erstellt am 23. Juli 2012 | 09:24
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Glanzstoff
Foto: NOEN, unknown
„Design Factory“ auf dem Glanzstoff-Areal bleibt nur eine Idee. Areal-Eigentümer konzentriert sich auf NDU, Verwertungs-Gespräche mit der Stadt laufen.
VON MARIO KERN

ST. PÖLTEN / Elektro-Autos und Elektro-Vespas mit Münzeinwurf, groß angelegte Recycling-Programme, Kunst im öffentlichen Raum, Umweltbewusstseinsbildung auf öffentlichen Plätzen und die Gestaltung von Schulgärten hätte das Projekt „design now* factory“ in St. Pölten etablieren wollen. Unter der Leitung von Peter Noever, dem ehemaligen Direktor des Museums für angewandte Kunst, hätte auf dem Glanzstoff-Areal (zusätzlich zu den NDU-Meisterklassen in der ehemaligen Konerei) Forschungsarbeit auf den Feldern Design, Architektur und Industrie geleistet werden sollen. Die „design factory“ sollte laut umfangreicher Projektbeschreibung auf Peter Noevers Homepage Impulse für Wirtschaft und Industrie liefern und auch der New Design University (NDU) eine zentrale Rolle einräumen.

„Kooperation wurde einvernehmlich beendet“

Daraus werde nichts, betont Max Pasquali, Verwerter des Glanzstoff-Areals. „Es hat Ideen und Gespräche zwischen Eigentümer Cornelius Grupp und Peter Noever gegeben. Insofern gab es da eine kurzfristige Zusammenarbeit.“
Das Projekt sei aber bei einer Idee geblieben und werde nicht realisiert, so Pasquali. „Die Kooperation wurde nun einvernehmlich beendet.“
Realisiert werden aber weiterhin die NDU-Meisterklassen in der ehemaligen Konerei (die NÖN berichtete exklusiv). Mit der privaten Kreativ-Uni werde in Sachen Entwicklung und Design des Areals eng zusammengearbeitet. „Anfang Oktober ziehen die Meisterklassen ein, da wird dann erläutert, wie das Gebiet entwickelt wird und was weiter passiert“, stellt Pasquali in Aussicht.

Kreativ-Uni und Eigentümer denken gemeinsam nach

NDU und Glanzstoff-Eigentümer würden gemeinsam über eine weitere Verwertung des Firmen-Areals nachdenken, bestätigt Uni-Rektor Stephan Schmidt-Wulffen.
Dass aus dem Projekt von Peter Noever nun nichts wird, wirke sich auf die NDU nicht aus. „Natürlich planen wir aber natürlich weiter Initiativen, die über die Halle hinausgehen. Das ist ja städtebaulich ein hochinteressantes Gelände.“ Für das Areal gebe es erste skizzenhafte Überlegungen, die man allerdings erst konkretisieren müsse.

Bürgermeister in Gespräche mit eingebunden

Bezüglich einer möglichen weiteren Verwertung sei man auch im Gespräch mit der Stadt. „Ein erster Kontakt mit dem Bürgermeister und dem Stadtbauamt hat stattgefunden.“
Unabhängig davon, in welche Richtung eine Nutzung des Betriebsgeländes gehe, werde sich die NDU an Fragestellungen in Sachen Architektur und Innenarchitektur orientieren. „Wir hoffen, dass wir unsere Kompetenz einbringen können.“


DIE PROJEKTE
• Das Projekt „design now* factory“ wurde abgesagt. Dabei handelte es sich um ein eigenständiges Forschungsprojekt, das Design-Impulse für Wirtschaft, Kunst und Industrie schaffen sollte.

• Die ehemalige Konerei wird weiterhin für die Meisterklassen der New Design University adaptiert. In der 2.000 Quadratmeter großen Halle werden Einzelarbeitsbereiche installiert, zudem soll es Präsentationen, Ausstellungen und regelmäßige Events geben.