Krätze quält Kleinkinder in Kindergärten. Die Milbe, die unter die Haut geht, hat sich in Kindergärten vermehrt.

Von Beate Steiner. Erstellt am 26. März 2019 (04:32)
shutterstock/sebastian kaulitzky
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„Jetzt ist Scabies wirklich bei uns angekommen“, sagt Andreas Gentzsch, nachdem sich viele besorgte Eltern in seiner Löwenapotheke über die Symptome bei Krätzmilben befall erkundigt hatten. Der Grund: In zwei städtischen Kindergärten wurde der juckende Parasit entdeckt. „Das nimmt gerade enorm zu“, befürchtet Gentzsch, der bereits Anfang des Jahres vor einer explosionsartigen Scabies-Vermehrung warnte.

Höllischer Juckreiz, besonders zwischen Fingern und Zehen, in warmen Hautfalten, häufig in der Nacht, Bläschen – das sind die untrüglichen Symptome, die die Mini-Milbe auslöst, wenn sie Gänge in der menschlichen Haut gräbt und dort ihre Eier ablegt. Auch ihr Kot verursacht Entzündungen.

Bei Verdacht sollte man Arzt aufsuchen

Besonders wohl fühlt sich die Krätzmilbe dort, wo viele Menschen zusammenkommen – da gelangt sie unbemerkt von Wirt zu Wirt. Kindergärten sind somit beliebte Brutstätten für den nur 0,4 Millimeter großen Parasiten. Um sich zu infizieren, genügt Hautkontakt. „Jeder kann sich anstecken, die Krätzmilbe kennt keine sozialen Unterschiede“, weiß Apotheker Gentzsch.

Wer Symptome einer Scabies-Erkrankung bemerkt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Behandelt wird Krätze mit einer Salbe, die ein Insektizid enthält und mehrmals aufgetragen werden muss. Alle Personen, mit denen der Patient in näherem Kontakt war, müssen mitbehandelt werden. Sie könnten bereits infiziert sein, weil die Inkubationszeit bis zu vier Wochen beträgt. Bei der Salbe gibt es allerdings bereits seit einiger Zeit einen Engpass in den Apotheken, viele Pharmazeuten stellen das Mittel derzeit selbst her.

Gleichzeitig wird bei schweren Fällen die Einnahme von Tabletten empfohlen. Das Medikament kommt allerdings aus Frankreich und kann nur mit Rezept vom Arzt bestellt werden. „Es dauert rund eine Woche, bis der Patient das Mittel bekommt“, erklärt Andreas Gentzsch. Wichtig ist zudem größtmögliche Hygiene mit Wäschewechsel und Staubsaugen, wenn die Milbe sich eingenistet hat, denn die Tierchen können auch einige Zeit im Bett und auf der Couch überleben, „überall dort, wo Hautschüppchen sind“, so Gentzsch.