Anfahrt ist Fall für Gericht

Erstellt am 27. Jänner 2014 | 23:59
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;Die Betreiber der Stockerhütte sind verärgert: Seit der Kündigung des Pachtvertrags für einen Parkplatz werden Autofahrer mit Klagen eingedeckt. Zehn Verfahren laufen derzeit.
Von Inge Moser

WILHELMSBURG / Große Aufregung herrscht derzeit um die Stockerhütte – genauer um die Anreise zum beliebten Ausflugsziel der Naturfreunde. Im Mittelpunkt steht der Parkplatz.

Hintergrund: Im Juli 2007 pachteten die Naturfreunde eine Parkfläche für die Besucher der Stockerhütte. Der Pachtvertrag wurde mit 30. November des Vorjahres von den Grundbesitzern allerdings gekündigt. Daher errichteten Stadtgemeinde und Naturfreunde einen neuen Parkplatz für Wanderer und Touristen. „Dieser liegt circa 400 Meter talwärts. Die 10.000 Euro Errichtungskosten teilten wir uns mit den Naturfreunden“, so Bürgermeister Rudolf Ameisbichler.

Doch damit begannen die Probleme. Denn die Familie soll nun rigoros gegen all jene Lenker vorgehen, die ihren Privatgrund, den ehemaligen Parkplatz, durchqueren und zur Stockerhütte fahren. Zahlreiche Besitzstörungsklagen erreichten die Betroffenen. „Wir müssen uns mit vielen Beschwerden beschäftigen, bei denen sich unsere Gäste von der Familie belästigt fühlen. Gegenwärtig laufen knapp zehn gerichtliche Verfahren“, schildert Naturfreunde-Landesobmann Peter Kalteis.

Auch Andreas Edlinger, seit 2012 Pächter der Stockerhütte, ist dadurch der Weg versperrt: „Wir mussten mühsam Unmengen von Versorgungsmaterial vor Jahresende zur Hütte hinauftragen, kauften deshalb auch zusätzliche Tiefkühltruhen.“

Auch Entsorgungsfirma wurde geklagt 

Doch nicht nur seine Gäste und der Hüttenwirt werden geklagt, auch Einsatzfahrzeuge und Lieferanten. „Es kann doch nicht sein, dass nicht einmal sie herauf fahren dürfen“, ist Edlinger verärgert. Peter Fischer, Geschäftsführer von Fischer Entsorgung, schildert: „Ich musste zu einem Kläranlagenservice, bekam für die Fahrt zur Stockerhütte eine Unterlassungserklärung und Besitzstörungsklage.“ Die Klage wurde vor Gericht aber abgewiesen. „Ich habe mich natürlich gewehrt, da ich ein Einsatzfahrzeug fahre. Mein Anwalt machte auf das Wasserrechtsgesetz aufmerksam und auf die Tatsache, dass ich ohne Erlaubnis des Eigentümers über dessen Grundstück fahren kann.“

Zahlreiche Verkehrsschilder am neuen Parkplatz (Sackgasse, Fahrverbotstafel) sollen die Probleme immerhin bereits im Vorfeld minimieren.

Stefan Gloß, Anwalt der Grundbesitzer betont, dass sein Mandant gegenüber der NÖN keine Erklärung abgibt. „Er bringt seine Anliegen beim Gericht und der Bezirkshauptmannschaft zielführend dar. Man wird sehen, was geschehen wird und was die Naturfreunde ihm alles vorwerfen.“