Anrainer ärgern Klo-Gänge in den Büschen

Erstellt am 19. August 2022 | 20:35
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Nicht immer werden die Umzäunungen akzeptiert.
Foto: privat
Beim Mega-Festival mit 50.000 Feiernden bleiben auch Beschwerden der unmittelbaren Nachbarn nicht aus. Heuer wieder ein Ärgernis vieler sind die menschlichen Hinterlassenschaften in den Büschen und anderen Orten. Außerdem würden die Wildtiere wegen der Zäune leiden.

Ruhig geht es laut Einsatzorganisationen bisher am Frequency-Festival zu. Das bestätigen auch viele Anrainerinnen und Anrainer: Die Gäste seien freundlich, das Parken funktioniert, es seien weniger Besucherinnen und Besucher im Siedlungsgebiet unterwegs. Beschwerden über die Lautstärke, rücksichtslose Gäste und Organisationsmängel rund ums Megafestival haben die NÖN dennoch bisher einige erreicht.

Reste vom Toilettengang in der Böschung

Zu wenige WC-Anlagen gebe es, sind einige überzeugt. Das verleite die Menschen dazu, für ihre Notdurft die nächste Böschung aufzusuchen. "Im verbauten Gebiet östlich der Traisen in Spratzern ist sage und schreibe auf einem Kilometer Zeltstadt kein einziges WC aufgestellt. Und es erfreut mich auch dieses Jahr nicht, dass ich morgens, wenn ich aufstehe, eine Reihe nackter Ärsche an meinem Zaun betrachten kann, welche sich ihrer Notdurft entledigen", schreibt ein St. Pöltner. Das Bootshaus sei keine Alternative, meint er. Denn das hätte schließlich nicht die ganze Zeit geöffnet. 

Ein anderer Anrainer meldete sich mit einer ähnlichen Beschwerde: Wenn er mit dem Hund an der Traisen spaziert, lägen in der Au überall Reste von WC-Gängen. Er ist aber überzeugt, das sei schon auch eine Sache des fehlenden Respekts vonseiten der Besucherinnen und Besucher, und nicht nur der Organisation anzukreiden.

Tiere in Panik

Eine Anrainerin aus der Handel-Mazzetti-Straße hat von ihrem Garten aus beobachtet, wie Camper den Zaun bei ihrem Haus geöffnet haben, um ihre Notdurft in dem kleinen Auwald zu verrichten. „Das gesamte Wäldchen wir als Toilette missbraucht. Es stinkt grauenhaft“, sagt die Anrainerin. Sie nutzt das Wäldchen sonst für Spaziergänge mit ihrem Hund, das werde jetzt aber länger nicht möglich sein.

Davor beobachtete sie, wie Rehe und Fasane panisch wurden aufgrund des Zauns. Durch die Umzäunungen würden Tiere in ihrem natürlichen Habitat eingeschränkt, stimmt eine weitere Anrainerin zu. Die Feldhasen würden "panisch gegen die Absperrgitter springen, einziger Fluchtweg: auf die Straße. Diese wenigen Flächen, auf denen die Tiere sich gewöhnlich aufhalten, sind jetzt eine Woche besetzt und werden vedreckt", sagt sie. St. Pölten hätte einfach nicht die Flächen für ein Festival in diesem Ausmaß.