Archäologische Grabungen in St. Pölten gehen in die vierte Saison

Erstellt am 22. März 2013 | 14:00
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Die archäologischen Grabungen auf dem Domplatz in St. Pölten starten nach Ostern in die vierte Saison. Parallel dazu laufen die Planungen für die Neugestaltung des Platzes weiter.
Das - auf Multifunktionalität der Fläche ausgerichtete - Einreichprojekt soll noch heuer vorliegen, wurde in einem Pressegespräch am Freitag mitgeteilt. Die finanziellen Mittel für die Arbeiten in Höhe von 800.000 Euro hat der Gemeinderat bereits genehmigt.

Bürgermeister Matthias Stadler (S) erinnerte daran, dass der gesamte Domplatz vom Bundesdenkmalamt zum Bodendenkmal erklärt worden war. Daher sei die archäologische Grabung zwingend und auch die Errichtung einer Tiefgarage rechtlich nicht möglich.

Ein 20-köpfiges Team wird ab 2. April wieder Schaufel, Kellen und Pinsel zur Hand nehmen. Auch in diesem Jahr wird eine Aussichtsplattform den Blick auf die Grabungen ermöglichen.

Bisher wurde eine Unzahl an archäologischen Schätzen freigelegt. Allein das Fundmaterial aus dem Vorjahr füllt mit geschätzten 20.000 Einzelstücken mehr als 110 Kartons. Zusätzlich kamen 1.001 Kleinfunde (2010/2011: 1.370) sowie 441 Münzen (2010/2011: 177) zum Vorschein. Geborgen und anthropologisch untersucht wurden auch die Überreste von 3.500 Menschen, da es früher einen Friedhof an der Stelle gab.

An Befunden erwähnt wurde in der Aussendung des Magistrates u.a. das aus dem vierten Jahrhundert n. Chr. stammende römerzeitliche Badehaus mit seinem einzigartigen, vor allem aus Rundmauern bestehenden Grundriss und dessen Nachnutzung als christliche Kirche im neunten Jahrhundert. Dieser frühen Zeit wurden auch die ältesten Gräber des ehemaligen Stadtfriedhofes zugeordnet. Hervorgehoben wurden weiters Bestattungen mit Trachtbestandteilen, die in das zehnte Jahrhundert datiert wurden.