Melker Gast wollte sich im Laboom St. Pölten mit Pfeil & Bogen rächen

Erstellt am 11. August 2022 | 14:48
Lesezeit: 3 Min
Symbolbild LaBoom St. Pölten
Außenansicht LaBoom St. Pölten
Foto: Google Street View
Mitte Juni soll ein 41-Jähriger aus dem Bezirk Melk vor dem Nachtlokal Laboom mit einem Sportbogen auf die Securitys des Clubs gezielt haben. Dafür wurde er nun am Landesgericht St. Pölten verurteilt.

Ein 41-jährige Mann aus dem Bezirk Melk war gleich wegen zwei Vorfällen angeklagt, einem Fall von Widerstand gegen die Staatsgewalt im Dezember des letzten Jahres, und wegen gefährlicher Drohung. Er soll im Juni, nachdem er von den Türstehern des Club Laboom aus dem Lokal geschmissen wurde, mit einem Sportbogen auf die Securitas gezielt haben. Dafür musste er nun vor dem Landesgericht St. Pölten gerade stehen.

In der Nacht im Juni besuchte der Angeklagte den St. Pöltner Club Laboom. Angeblich soll es schon im Lokal Probleme gegeben haben. So soll sich der 41-Jährige mit einem anderen Gast geprügelt haben, woraufhin ihn die Türsteher aus dem Lokal schmissen. Draußen soll der Angeklagte die Mitarbeiter des Lokals wüst beschimpft und sie auch mit seinem Handy gefilmt haben.

Vor dem Club wurde der Angeklagte noch einmal zusammengeschlagen, woraufhin er auch ins Krankenhaus fuhr. Er selbst ist der Meinung, die Türsteher hätten ihn so zugerichtet, die Securitys selbst behaupten, ein anderer Gast hätte sich mit ihm geprügelt. Im Krankenhaus soll der 41-Jährige zu den anwesenden Polizisten gesagt haben: "Wenn heute ein paar Securitys sterben, ich wars nicht".

Nach seinem Krankenhausbesuch landete der Angeklagte wieder in der Nähe des Laboom. In seinem Bus, der in der Nähe geparkt gewesen sein dürfte, soll er noch Bier getrunken haben. In diesem Bus habe sich auch sein Sportbogen befunden. Der 41-Jährige gab an, aus einer Panik heraus den Bogen genommen zu haben, warum genau konnte er selbst nicht sagen.

"Passieren kann sicher Einiges"

Die Türsteher des Clubs schilderten, dass um 4 Uhr 30 am Morgen auf einmal ein Mann mit Pfeil und Bogen auftauchte. Er soll zuerst auf sie gezeigt, dann mit dem Bogen auf sie gezielt haben. Die Männer gaben an, ins Innere des Clubs geflüchtet zu sein und den Mann von dort beobachtet zu haben, wie er Richtung Parkplatz ging. Danach folgten sie ihm, worauf er sich nochmal umgedreht und mit gespannten Bogen auf sie gezielt haben soll.

Letztendlich konnte einer der Türsteher den Mann zu Boden bringen und fixieren, bis die Polizei kam. Der Mann aus dem Bezirk Melk zeigte sich von Anfang an voll geständig. Er gab an, schon seit geraumer Zeit an psychischen Problemen zu leiden. Auch soll die Mischung von Alkohol und Medikamenten sein Verhalten negativ beeinflusst haben.

Ein Gutachten nach dem Vorfall im Dezember letzten Jahres ergab, dass der Mann damals durch seine psychische Belastung nur eingeschränkt, aber doch zurechnungsfähig war. "Passieren kann sicher Einiges", räumte der Angeklagte auf die Frage ein, ob ihm bewusst sei, welchen Schaden ein Bogen anrichten kann.

Dem 41-Jährigen kam sein umfassendes Geständnis zugute. Er wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, wovon 12 Monate allerdings bedingt nachgesehen wurden. Sieben Monate Haft, übrig von einer einschlägigen Vorstrafe, wurden nicht widerrufen. Außerdem bekam er die Weisung, seine Psychotherapie weiterzuführen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.