Hilfe für den Schulbau in Ghana. Kolleg-Schülerin hilft mit Verein Straßenkindern in Ghana. Schule unterstützt mit Spenden.

Von Corina Berger. Erstellt am 05. Dezember 2019 (11:34)
Nach ihrem Abschluss am Kolleg für Sozialpädagogik in St. Pölten möchte Natascha Prinz wieder nach Gomoa reisen, um vor Ort zu helfen.
NOEN

Ein neues Projekt wurde in diesem Jahr durch die Spendenaktion des Jugendrotkreuzes der BASOP/BAfEP unterstützt. „Edu Chance Austria“ ist ein Verein zur Unterstützung von Bildungs- und Gesundheitsprojekten für Straßenkinder in Ghana. Das Besondere: Ins Leben gerufen wurde er von Kolleg-Schülerin Natascha Prinz und ihrer Freundin, der Krankenschwester Selina Seba. Im zarten Alter von 21 und 22 Jahren absolvierten die beiden ein Praktikum in Ghana, in dessen Rahmen sie in Schulen bzw. in einem Krankenhaus arbeiteten.

„Stolz, solche Schüler an Schule zu haben“

Erschrocken über die Lebensumstände und die Korruption und gleichzeitig auch begeistert von der Freude und Freundlichkeit, die ihnen vor allem die Kleinsten entgegenbrachten, wollten sie auch nach ihrer Rückkehr noch helfen. Grund genug, ihren Verein zur langfristigen Unterstützung vor Ort ins Leben zu rufen.

Eine Leistung, die keinesfalls selbstverständlich ist und deshalb auch seitens der BASOP/BAfEP gewürdigt wird: „Als Schulleiter bin ich stolz darauf, junge Menschen mit großen, sozialen Herzen an der Schule zu haben. Es ist schön, dass es Jugendliche gibt, die nicht nur auf sich schauen, sondern sich weltoffen für andere einsetzen, denen es nicht so gut geht“, freut sich Direktor Friedrich Gonaus, der das Engagement von Prinz und vielen weiteren Schülern gerne unterstützt. So wurden ähnliche Projekte wie dieses auch schon in Vietnam, Kambodscha und Rumänien gefördert. In regelmäßigen Abständen werden hierzu vor allem von der Jugendrotkreuz-Gruppe, unter der Leitung von Bettina Feiertag, Flohmärkte, Buffets und vieles mehr organisiert, um den Spendentopf der Schule zu füllen.

Beinahe täglich tauschen sich Natascha Prinz und Selina Seba mit ihrem Kontaktmann aus, um zu ermitteln, wo Bedarf besteht und wie am besten geholfen werden kann. Dabei wird auch das ein oder andere Foto ausgetauscht, das an die Schützlinge erinnert.
privat

Dass in diesem Jahr ausgerechnet Edu Chance Austria ausgewählt wurde, war reiner Zufall. Schüler haben auf das Projekt aufmerksam gemacht und eigeninitiativ Verkaufswaren gebastelt und gebacken. Eine Unterstützung, die die beiden Gründerinnen sehr freut, wollen sie doch vor allem eines: Aufmerksamkeit schaffen und dort helfen, wo es wirklich nötig ist. Aus diesem Grund unterstützen sie nicht nur durch Sachspenden oder Schulgeld. Gemeinsam mit ihren Koordinatoren haben sie vor Ort bereits ein Grundstück angekauft, um ein Schulgebäude zu errichten.

Schulbau steht schon in den Startlöchern

Derzeit wird es noch zur Ernte genutzt, bald soll aber mit dem Bau begonnen werden — sofern die Spenden reichen. „Die Pläne für das Gebäude sind soweit alle fertig. Es ist so konzipiert, dass jeder Raum einzeln stehen kann, da wir immer schauen müssen, was hereinkommt“, so Prinz. - Für die beiden jungen Frauen viel Arbeit, die sie aber keineswegs missen möchten: „Wir haben in Ghana unsere Lebensaufgabe gefunden und würden dasselbe immer wieder tun.“