Tragischer Todesfall: „Alex bleibt Teil von uns“. Jugendliche verloren beliebten Mitschüler während des Schuljahres. In ihren Gedanken war „Klassen-Papa“ Alexander Weiss aber auch bei der Matura mit dabei.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:03)
Alois Staflinger
Die 5SPA hat ihren verstorbenen Klassenkameraden Alexander Weiss bis zurMatura „mitgenommen“.Am Abschlussfoto haltendie Jugendlichen ein großesPorträt ihres beliebtenMitschülers in die Kamera.

Die BASOP-Matura schaffen und in einem Sozialberuf anderen helfen – dieses Ziel hatte Alexander Weiss. Leben konnte er diesen Traum aber nicht mehr. Der Krebs war zu stark. Wenige Monate vor der Matura verstarb der 22-Jährige nach langer schwerer Krankheit.

„Sie haben dieses tragische Schicksal zum Anlass genommen, sich bei ihren Prüfungen noch mehr anzustrengen und alles gut über die Bühne gebracht – für Alexander“

Für seine Klassenkameraden war das ein Schock. Das ohnehin schon nervenaufreibende letzte Schuljahr war gezeichnet von tiefer Trauer. Doch die Jugendlichen entschlossen sich, den verstorbenen jungen Mann bis zur Reifeprüfung „mitzunehmen“.

„Sie haben dieses tragische Schicksal zum Anlass genommen, sich bei ihren Prüfungen noch mehr anzustrengen und alles gut über die Bühne gebracht – für Alexander “, erzählt Direktor Friedrich Gonaus. Auf dem Abschlussfoto halten die Jugendlichen der 5 SPA ein riesiges Porträt ihres Kollegen in die Kamera. „Er war ein Teil der Klasse und wird das immer sein“, bleibt er für die Schüler unvergessen.

„Er wollte nie, dass jemand wegen ihm traurig ist. Alexander war ein Lebe-Mensch – bis zum Schluss.“ Annette Weiss, Mutter des Verstorbenen

Alexander Weiss‘ Mutter sieht das genauso. Bei der Maturafeier gratulierte Annette Weiss den erfolgreichen Klassenkollegen ihres verstorbenen Sohnes. Sie ist überzeugt, dass er es nicht anders gewollt hätte. „Er wollte nie, dass jemand wegen ihm traurig ist. Alexander war ein Lebe-Mensch – bis zum Schluss“, erzählt sie im NÖN-Gespräch.

In der Schule zeichnete sich der Waldviertler durch soziales Engagement aus. Im Kolpingheim übernahm er die Aufgabe des Internatssprechers, als Klassen- und Schulsprecher setzte er sich für seine Mitschüler ein. „Alexander war der Klassen-Papa“, erzählt die Mutter. Er hatte die Handelsschule absolviert und begann als 18-Jähriger mit der BASOP. „Dadurch war er älter als seine Mitschüler und für viele ein Ansprechpartner“, weiß sie. Wie sehr seine Mitschüler ihn geschätzt haben, zeigten sie bei der Verabschiedung, die sie gestalteten, und bei der Gedenkfeier nach der Matura.

„Aber auch Alexander hat die Schule geschätzt. Er war bis zum Schluss immer dort, wenn es möglich war“, erzählt seine Mutter. Dankbar ist sie auch der Klassenvorständin ihres Sohnes: „Sie war den Schülern und uns eine Stütze.“