Uniklinik St. Pölten will wissen, wo Personal urlaubt. Mitarbeiter sollten Reiseziel bekanntgeben. Maßnahme wurde schnell entschärft.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 30. Juli 2020 (06:31)
Universitätsklinikum St. Pölten.
NÖ Landeskliniken Holding

Ein Absatz im Newsletter sorgte bei Teilen der Belegschaft des St. Pöltner Universitätsklinikums für Verstimmung. Darin wurde darauf hingewiesen, dass bereits bei Urlaubseinreichung, spätestens aber vor Urlaubsantritt der genaue Urlaubsort gemeldet werden muss. Das war nach Ansicht des Betriebsrates nicht ganz rechtens, wurde nach Anregung der Belegschaftsvertreter auch schnell adaptiert.

„Aufgrund der aktuellen Dynamik liegt es innerhalb der Fürsorgepflicht der NÖ Landesgesundheitsagentur, Mitarbeiter, Patienten und Bewohner wirksam vor Ansteckungen zu schützen“, erklärt der Sprecher der NÖ Landesgesundheitsagentur Bernhard Jany. Man habe verschiedene Maßnahmen gesetzt, und eine davon betreffe die Nennung der Urlaubsregion. Genaue Adressen von Hotels oder personenbezogene Daten seien aber zu keinem Zeitpunkt verpflichtend erhoben worden.

Weil Reisewarnungen und staatliche Maßnahmen derzeit für Regionen statt für ganze Staaten ausgesprochen werden, will die Landesgesundheitsagentur wissen, wo in etwa geurlaubt wird. „Urlaubsland und Region sind notwendige Informationen, um adäquat reagieren zu können“, so Jany. Für den Fall einer Rückkehr aus einer Region mit hoher Virusprävalenz könne dadurch bereits vor Wiederantritt des Dienstes ein Test auf das Virus durchgeführt werden. Dadurch werde eine Ansteckung von Kollegen, Patienten und Bewohnern verhindert.

Sollte eine Person nach dem Urlaub tatsächlich positiv getestet werden, müsse sie in Quarantäne. „Das würde dann bedeuten, dass die Person auch Urlaub beanspruchen muss. Das ist aber wie bei allen Unternehmen in Österreich so“, erklärt Betriebsratsvorsitzende-Stellvertreterin Gerda Schilcher.