Blutspenden: Ein kleiner Stich, der Leben rettet. Drei Stammgäste der Aktionen in der Region erzählen, warum sie sich auch im Sommer anzapfen lassen.

Von Lisa Röhrer und Nadja Straubinger. Erstellt am 25. Juni 2019 (03:15)
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Willi Vorlaufer wird heuer zum 50. Mal Blut spenden. Anderen helfen zu können, motiviert den Rabensteiner Samariterbund-Obmann. Mit einem Lächeln ließ er sich hier bei einer der vergangenen Aktionen anzapfen, ebenso wie Julia Sommerauer.

„Der Patient hat viel Blut verloren“, hallt es durch den OP. Für den Mann, der gerade eingeliefert wurde, ist eine Blutkonserve jetzt lebenswichtig. Ebenso wie für das Mädchen, das wegen seiner Krebserkrankung ein paar Räume weiter behandelt wird.

In den Sommermonaten, wenn viele Blutspender Urlaub machen, werden die Vorräte knapper. Das Blut kann nicht länger als 42 Tage aufbewahrt werden. Kranke oder verletzte Menschen sind deshalb auf regelmäßige Spenden angewiesen. Allein über 20 Aktionen pro Jahr organisiert das Rote Kreuz, auch einige der 195 Blutspendentermine des Universitätsklinikums sind direkt in der Region.

Ein Stammgast beim Roten Kreuz ist Edgar Parzer. „Ich komme als Polizist oft zu Unfällen oder Messerstechereien und ähnlichem. Da sehe ich immer wieder, wie dringend Blut benötigt wird.“ Das hat der St. Pöltner auch schon am eigenen Leib erfahren – bei einer Operation in jungen Jahren. „Ich war damals dankbar, dass mir jemand geholfen hat. Also tue ich das auch. Seither gehe ich regelmäßig Blutspenden“, erzählt der 55-Jährige, der sich allein bei den Rotkreuz-Aktionen bereits über 30 Mal Blut abzapfen ließ. Einen Vorteil sieht er darin auch für sich selbst: „Der Aderlass ist gut für den Organismus.“

„Ich komme als Polizist oft zu Unfällen oder Messerstechereien und ähnlichem. Da sehe ich immer wieder, wie dringend Blut benötigt wird.“

Berufsbedingt ebenfalls häufig mit dem dringenden Bedarf an Blutkonserven konfrontiert ist der Rabensteiner ASBÖ-Obmann Willi Vorlaufer. Auch er gibt deshalb seinen Lebenssaft regelmäßig ab. Heuer wird er bereits zum 50. Mal Blut spenden. „Ich gehe alle zwei Monate, in diesen Abständen ist das Blutspenden erlaubt“, erklärt Vorlaufer.

Ein noch fleißigerer Spender ist Franz Stich. Der Böheimkirchner ließ sich bereits über 70 Mal die Nadel setzen. „Für mich ist klar, dass ich das tue. Man kann helfen und hat keine Nachteile“, meint Stich. „Kreislaufprobleme oder andere Schwierigkeiten hatte ich dabei nie.“

„Die Spendebereitschaft in der Blutbank ist etwas rückläufig“

Menschen wie Parzer, Vorlaufer oder Stich sind aber nicht die Regel: „Die Spendebereitschaft in der Blutbank ist etwas rückläufig“, weiß Universitätsklinikum-Sprecher Thomas Wallner. Bei den Rotkreuz-Aktionen ist sie stabil, beobachtet Bezirksstellen-Geschäftsführer Sebastian Frank. Eines merken beide: Junge Menschen sind schwierig zum Spenden zu bewegen. Das Rote Kreuz rief die Webseite www.gibdeinbestes.at ins Leben, um die Hemmschwelle zu senken.

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