Ende Der Fastenzeit: Einkehr mit weniger YouTube. Mit Verzicht auf Alkohol aber auch andere ablenkende Gewohnheiten bereiten sich Menschen auf Ostern vor.

Von Renate Hinterndorfer, Lisa Röhrer, Birgit Kindler und Alex Erber. Erstellt am 16. April 2019 (03:00)
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Statt nur ein bisschen auf Ungesundes zu verzichten, ist für Prominente aus der Region die Fastenzeit ein Anlass ihre Lebensweise zu überdenken und bewusst Dinge wegzulassen. Das ist ihnen auch gelungen, wie sie kurz vor Ostern resümieren.

Schon seit einigen Jahren verzichtet der Kommandant der Inzersdorfer Feuerwehr Günther Staudenmayer in der Fastenzeit auf Alkohol, Mehlspeisen und Fruchtsäfte. „Das ist ein guter Zeitpunkt, vor dem Start der Feuerwehr-Wettkampf-Saison bringe ich mich so immer wieder in Form“, lacht Staudenmayer. Schwer gefallen ist ihm das Fasten heuer nicht, obwohl er mit seiner Familie gerade wieder den Heurigen in Wetzmannsthal betreibt.

„Es ist ja der Sinn und Zweck des Fastens den Verlockungen zu widerstehen“, grinst er. Dafür hätten auch die Gäste am Heurigen Verständnis: „Wenn man an der Schank steht und sagt, man kann nichts mittrinken, weil man fastet, ist das für alle okay“, freut sich Staudenmayer, der bisher sieben Kilo abgenommen hat und bis zum Osterfest noch drei weitere schaffen möchte.

„Eigentlich ist es erstaunlich einfach. In der Fastenzeit wird es auch akzeptiert, dass man nichts mittrinkt.“ Otto Schwarz, Narrnkastl

Dieselbe Erfahrung machte der St. Pöltner „Narrenkastl“-Wirt Otto Schwarz. Auch er trinkt in der Fastenzeit seit vielen Jahren keinen Alkohol, obwohl er ihn täglich vor der Nase hat. Auch Herzogenburgs Christoph Artner übt sich in der Fastenzeit im Verzicht: „Ich trinke schon seit mehreren Jahren keinen Wein. Das fällt ziemlich schwer, weil ich ein Liebhaber des edlen Tropfens bin, aber ich halte das Fasten seit einigen Jahren konsequent durch.“ Ebenso auf Alkohol verzichtet der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix. Ganz ernst nimmt er das Fasten in den letzten zehn Tagen vor Ostern, die er im Waldviertel verbringt. Da nimmt der Unternehmer gar keine feste Nahrung zu sich. „Heuer gab es eine Gemüsebrühe bei der Ankunft und dann nur mehr Tee und Saft“, erzählt Stix. Das mache er in erster Linie für seine Gesundheit und zur Entschlackung. Außerdem nutze er die Zeit, alleine in der Natur und beim Wandern, um abseits der Hektik des Alltags zur Ruhe zu kommen. „Ich will in mich einkehren, demütig werden und mich von dem Überfluss distanzieren, in dem wir alle leben“, erzählt der Unternehmer.

Bewusstere Ernährung hat sich auch Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder in der Fastenzeit vorgenommen: „Ich lasse manche Mahlzeiten aus und versuche mehr Obst zu essen, weniger Kaffee und mehr Wasser zu trinken. Außerdem achte ich darauf, dass ich mich mehr an der frischen Luft bewege.“

Ein willkommener Anlass, um seinen Fleischkonsum zu reduzieren und auf Süßigkeiten zu verzichten, ist die Fastenzeit für Stadtärztevertreter Florian Fiedler. „Ich nähere mich wieder meinem Wunschgewicht und fühle mich wohler“, freut sich Fiedler. Fasten bringe ihn auch immer wieder dazu, seinen Speiseplan zu durchforsten und bewusster zu essen, so der Arzt, „zum Beispiel mehr Obst und Gemüse“.

Sein Essen nimmt auch Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese, in den 40 Tagen vor Ostern genauer unter die Lupe. „Ich lasse aber nichts ganz weg, nur so können manche Verhaltensweisen langfristig geändert werden“, ist der Prinzersdorfer überzeugt. Die Fastenzeit – auf die er sich jährlich freut – sei für ihn Anlass, Lebensgewohnheiten und eingefahrene Muster zu überdenken und Dinge achtsamer anzugehen. „Zum Beispiel: Brauche ich dauernd Schokolade oder tut es ein Apfel auch.“ Heuer hat er sich außerdem vorgenommen, weniger Zeit vor dem Computer mit
YouTube-Videos zu verbringen, auch mehr aufs Beten wollte er sich konzentrieren. „Im Großen und Ganzen ist mir das gelungen“, meint Haiderer.

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