Nachhaltig: „Ältere Personen lassen eher reparieren“. Reparaturbonus in Region wenig bekannt, Betriebe informieren.

Von Nadja Straubinger und Marlene Groihofer. Erstellt am 15. Oktober 2019 (03:57)
Hackner
Unternehmer Herbert Gödel informiert wie seine Kollegen seine Kunden über die Möglichkeit zur Einreichung des Reparaturbonus.

Ob Waschmaschine, Bügeleisen, Mikrowelle oder Computer: Geht ein Elektrogerät kaputt, denken viele sofort an einen Neukauf, dabei machen Reparaturen oft Sinn. Anreize schafft auch der „NÖ Reparaturbonus“, mit dem Haushalte mit 50 Prozent der Kosten und maximal 100 Euro jährlich bei der Reparatur von Elektrogeräten unterstützt werden.

Fast 300 Reparaturbetriebe im Land sind dabei Partner, viele auch in der Region St. Pölten. Klenk-und-Meder-Außendienstmitarbeiter Erich Karner ist immer vor Ort, wenn Reparaturen anstehen. „Viele Kunden wissen noch nichts von der Aktion. Aber sie freuen sich, wenn ich sie dann darüber informiere“, sagt Karner. Pro Tag sieht er sich sechs bis acht Geräte an und bringt sie oft sofort wieder zum Laufen. Dabei sind es eher die Kunden über 45 Jahre, die reparieren lassen, statt neu zu kaufen. Auch Daniel Sindl vom gleichnamigen Elektrofachgeschäft in Böheimkirchen informiert häufig über die Aktion des Landes. Hürde sei aber das Einreichen für Ältere, auch da unterstützt der Unternehmer: „Die Einlösung über das Internet ist für Senioren oft schwierig, da helfen wir unseren Kunden. “

„Die Älteren kaufen grundsätzlich qualitativ hochwertigere Geräte und lassen sie eher reparieren"

Gut informierte Kunden hat Elektrogeschäft-Betreiber Franz Schuhmeister aus Wilhelmsburg: „Besonders die 25- bis 45-Jährigen wissen über den Bonus Bescheid.“ Es lässt sich aber auch ein Alterstrend bei der Reparatur erkennen: „Die Älteren kaufen grundsätzlich qualitativ hochwertigere Geräte und lassen sie eher reparieren. Durch die Aktion zahlt sich das Reparieren auch für die Jungen aus.“

Gerade die sehr alten Geräte, zuletzt ein 35 Jahre altes, sieht Thomas Fuchs von Elektro Fuchs in Ober-Grafendorf als Herausforderung, weil es oft keine Erstatzteile mehr gibt. „70 Prozent aller Geräte kann man wieder herrichten, das macht einen großen Teil unserer Arbeit aus.“ An die fünf Geräte werden pro Woche bei ihm zum Reparieren vorbeigebracht. Begeistert von der Aktion ist auch Herbert Gödel von Gödel EDV in Kirchberg, der einer der ersten teilnehmenden Unternehmen im Pielachtal war und auch das Infomaterial im Geschäft auflegt.

„70 Prozent aller Geräte kann man wieder herrichten, das macht einen großen Teil unserer Arbeit aus.“

VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist überzeugt: „Die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar.“ So könne Abfall vermieden und der Klimaschutz gefördert werden. Positives Feedback zur Aktion erhalten hat auch der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ Wolfgang Ecker: „Es gibt reges Interesse. Wir setzen mit dem Reparaturbonus gleichzeitig ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft und einen wertvollen Impuls für unsere Reparaturbetriebe in den Regionen.“

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