Grillparzer Schule wird Kultur-Campus in St. Pölten. Sechs Millionen Euro investieren Stadt und Land in Neubau. Grillparzer Musik- und Kunstschulcampus entsteht.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:30)
Grillparzer Musik- und Kunstschulcampus
Renderings von Pfaffenbichler Architektur

Ganz neu wird ein Kunst- und Kulturviertel für die Kinder im Süden St. Pöltens geschaffen. Dort, wo derzeit noch der Hort in der Grillparzerstraße steht, ist ein Neubau für rund sechs Millionen Euro geplant. Im Schuljahr 2023/24 sollen bereits die ersten Schüler einziehen.

Renderings von Pfaffenbichler Architektur, Renderings von Pfaffenbichler Architektur

„Grillparzer Musik- und Kunstschulcampus“ soll das neue Kunst- und Kulturviertel heißen. Darin finden die Grillparzer Volksschule mit 13 Klassen, ein zweigruppiger Landeskindergarten und einer von insgesamt 16 Standorten der Musik- und Kunstschule Platz. Damit bekommt die größte Kunst- und Kulturschule Niederösterreichs mit mehr als 50 neuen Unterrichtsräumen ein neues Zentrum. Derzeit erlernen darin 2.000 Schüler ihre Instrumente und künstlerischen Fertigkeiten, unterrichtet von 90 Musik- und Kunstpädagogen.

„Im Hinblick auf den Kulturschwerpunkt 2024 werden damit neue Möglichkeiten geschaffen, die in Europa ein Alleinstellungsmerkmal darstellen“, ist Bürgermeister Matthias Stadler zufrieden.

„Im Hinblick auf den Kulturschwerpunkt 2024 werden damit neue Möglichkeiten geschaffen, die in Europa ein Alleinstellungsmerkmal darstellen“

Gemeinsam mit dem Kinderkunstlabor am Altoona-Park würden neue Modelle der elementaren Kunsterziehung in St. Pölten Einzug finden. Den besonderen Stellenwert der künstlerisch interdisziplinären Ausbildung betont auch Kulturamtsleiter und ehemaliger Musikschuldirektor Alfred Kellner. Am Standort werden neben der musikalischen Ausbildung Akademien in den Bereichen Malen, Schauspiel, Musical, Fotografie, Film, Schreiben und Produktdesign geführt.

Gebäude soll alles miteinander verbinden

Die interdisziplinäre Ausbildung stand auch im Mittelpunkt des Architekturwettbewerbes. Darin setzte sich das Büro Pfaffenbichler Architektur gegenüber der Konkurrenz durch. Der Entwurf überzeugte die Jury aufgrund des verbindenden Charakters des Gebäudes zu den Schulen und Kindergärten am Campus. Die Räumlichkeiten selbst werden nun auch den neuen Ansprüchen gerecht. Größere Räume erleichtern die prekäre Situation stetig wachsender Schülerzahlen. Ein Hingucker wird eine stufenartige Tribüne im Freien sein.

„Diese soll ein wenig Öffentlichkeit zulassen, wie Architekt Gerhard Mirth betont. Für eine Verkehrsberuhigung sorgen soll eine bessere Verbindung zum ehemaligen Forumkino. „Die Kinder können künftig auch von der Südseite die Schule betreten“, erklärt Baudirektor Wolfgang Lengauer.

„Es wird nur noch Räume ohne Ecken geben.“

Der alte Hort, in dem derzeit insgesamt 130 Kinder betreut werden, wird abgerissen. Als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet Schulamtsleiter Andreas Schmidt die Voraussetzungen im Hort und freut sich auf den Neubau. Er plant bereits mit einer Erweiterung auf sechs Gruppen. Freuen können sich auch die vielen Musikschüler. Die neuen Räume werden bessere Akustik bieten, denn Stadler verrät: „Es wird nur noch Räume ohne Ecken geben.“