Wasser verseucht mit Fäkalkeimen

Erstellt am 24. Februar 2015 | 06:15
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Foto: NOEN, Mayerhofer
Wasser zum Kochen und Trinken kommt aus dem Supermarkt. Hausverwaltung: „UV-Filteranlage ist bereits beauftragt.“

„Wir kaufen das Wasser zum Trinken und Kochen im Supermarkt. Und ehrlich gesagt, mag man auch nicht wirklich duschen, wenn man weiß, dass dieses Wasser mit Fäkalkeimen verunreinigt ist“, seufzt Claudia Noe, betroffene Mieterin in einem Mietshaus in Furth 15.

Brunnenwasser seit Monaten verseucht 

Dort gibt es keinen Anschluss an die Ortswasserleitung, die Trinkwasserversorgung erfolgt über den hauseigenen Brunnen. Das wäre auch kein Problem – wäre das Brunnenwasser nicht seit Monaten verseucht mit Fäkalkeimen.

Begonnen hatten die Probleme bereits im Spätherbst des Vorjahres. Das Wasser war bräunlich verfärbt und stank. Bei einer Mieterversammlung rund um die Wasserproblematik am 13. November war auch Engelbert Reis, der Hausverwalter und Miteigentümer dabei. Trotzdem ist die Situation unverändert geblieben, ärgern sich die Mieter. Die Bewohner ergriffen daher die Initiative und ließen ein Gutachten erstellen, das Anfang Dezember eintraf.

Die bakteriologische Untersuchung ergab hohe Keimzahlen und den Nachweis von Fäkalkeimen. „Das Wasser ist als Trinkwasser nicht geeignet – außer man kocht es drei Minuten lang wallend“ heißt es in dem vom WSB Labor aus Krems erstellten Gutachten. „Wir wollen endlich wieder Trinkwasser in unseren Mietwohnungen“, so die Mieter im O-Ton.

Auch die Bezirkshauptmannschaft St. Pölten ist bereits eingeschaltet. Die konstatiert, es sei Sache des Betreibers, die Sanierung des Brunnens so schnell als möglich im Sinne der Mieter durchzuführen. „Man muss auch den Ursachen für diese Verunreinigung auf den Grund gehen“, bekräftigt Bezirkshauptmann Josef Kronister.

„Die Mieter brauchen sich nicht aufregen. Es hat sechs Wochen gedauert, bis ich den Kostenvoranschlag für die UV-Filteranlage bekommen habe.“ Engelbert Reis, Hausverwalter

„Die Mieter brauchen sich nicht aufregen. Es hat sechs Wochen gedauert, bis ich den Kostenvoranschlag für die UV-Filteranlage bekommen habe. Das Ganze ist inzwischen beauftragt und sollte in den nächsten Tagen erledigt werden“, versichert Engelbert Reis. Auch das von den Mietern gekaufte Wasser, so Reis, werde selbstverständlich rückvergütet.

Ein weiteres Problem in der Wohnhausanlage ist das Auftreten von Schimmelbildung in einigen Wohnungen an den Wänden – sowohl im Erdgeschoß, etwa in der Wohnung Nummer 6, als auch im ersten Stock. „Wenn Schimmel auftritt, dann sehen sich das unsere Fachleute an.

In der 12er-Wohnung haben wir uns das angesehen. Dort war ein Plastikvorhang vor dem Fenster und die Wohnung hat gedampft. Man muss halt schon auch ausreichend lüften“, erklärt Hausverwalter Engelbert Reis.