Brandalarm im Heim

Erstellt am 30. April 2014 | 10:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Justiz Verhandlung Gericht Justizia Justitia Symbolbild
Foto: NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi
Ein Pflegeheimbewohner (53) soll mit einer Zigarette sein Zimmer abgefackelt haben. Für die Verurteilung reichen jedoch die Indizien nicht: Freispruch.

„Ich habe im Zimmer nie geraucht!“, beteuert ein Pflegeheimbewohner Unschuld im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Für den Brand in einem Heim in Neulengbach soll er verantwortlich sein.

Zigarette mit DNA-Spuren des Angeklagten gefunden

Wie berichtet, schrillten am 31. Oktober letzten Jahres gegen 20 Uhr die Alarmglocken, Feuer war im Zimmer eines Heimbewohners im dritten Stock ausgebrochen. 24 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr rückte an und brachte den Brand unter Kontrolle. Ersthelfer wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Schaden: rund 130.000 Euro. Gefunden wurde dann im Hof des Heimes eine Zigarette mit den DNA-Spuren des Angeklagten. Der 53-Jährige landete auf der Anklagebank.

In voller Berauschung habe er nach einer Halloween-Party versucht, eine Feuersbrunst im Heim zu entwickeln, meint die Anklagebehörde. „Ich habe ihn die Stiegen hinunter laufen gesehen. Dann hab’ ich nur mehr funktioniert“, erzählte eine Pflegerin bereits. Zeugen trugen zu Klärung bislang nicht viel bei.

„Ein Freispruch, nicht einmal im Zweifel“

Nun wird eine weitere Pflegerin befragt, und auch nach ihrer Einvernahme tappt der Richter weiterhin im Dunkeln. Freispruch fordert Rechtsanwalt Thomas Trixner. „Es gibt genügend Indizien, die für eine Verurteilung sprechen. Die bloße Wahrscheinlichkeit, dass der Angeklagte der Täter ist, reicht aber für eine Verurteilung im Strafverfahren nicht aus“, sagt der Verteidiger.

Dem schließt sich Richter Slawomir Wiaderek an, er spricht den den Mann frei. Die Ursache bleibt somit ungeklärt. „Ein Freispruch, nicht einmal im Zweifel“, erklärt der Richter, „denn ob der Zigarettenstummel Brandauslöser war, kann ich nicht feststellen. Auch die Zeugenaussagen waren widersprüchlich. Der Angeklagte war stark alkoholisiert, er war nicht zurechnungsfähig. Widersprüche bei seinen Einvernahmen kann man ihm nicht übel nehmen.“ Das Urteil ist nicht rechtskräftig.