Zahlen in der Region St. Pölten auf stabilem Niveau. Kleiner Ausreißer war private Feier von Jugendlichen, die sich unerlaubt in Hotel eingemietet haben. Polizei weiterhin wachsam. Gerüchte auf Facebook „sind Schwachsinn“.

Von Martin Gruber-Dorninger und Renate Hinterndorfer. Erstellt am 24. November 2020 (17:45)
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870 Personen im Bezirk St. Pölten sind positiv getestet, 1.970 Absonderungen sind aufrecht. Laut Bezirkshauptmann Josef Kronister sind die Zahlen ungefähr gleichbleibend, in den vergangenen Tagen seien etwas weniger Fälle gemeldet worden. „Theoretisch sollten die Zahlen im Laufe der Woche nach unten gehen, da sollte man eine klare Tendenz erkennen.“ In Einzelfällen werden die Lockdown-Regeln nach wie vor nicht eingehalten.

„Wir sind in der Hotelbranche mit Corona schon gestraft genug"

Ein Fall betrifft sechs Jugendliche, die sich unerlaubt beim Check-in-Automaten des Hotels Smart Liv’in in Böheimkirchen eingemietet haben. Die Buchung und das Einchecken erfolgen in diesem modernen Hotel kontaktlos. „Unsere Gäste sind in Zeiten des Lockdowns hauptsächlich Personen auf Dienstreise. Die nutzen gerne unser Angebot“, erklärt Eigentümerin Ildiko Zoka. Alle paar Stunden fährt sie, ihr 22-jähriger Sohn oder der zweite Geschäftsführer Christian Svoboda in das Hotel, um nach dem Rechten zu sehen. Als Zoka bemerkte, dass die Jugendlichen das Zimmer für eine kleine private Feier nutzten, rief sie sofort die Polizei. „Wir sind in der Hotelbranche mit Corona schon gestraft genug. Es ist wichtig, diese Verstöße anzuzeigen, damit die Infektionszahlen möglichst schnell wieder zurückgehen“, so die Hotelière. Das Smart Liv’in ist weit und breit als eines der saubersten Hotels bekannt und die Eigentümer wollen diesen guten Ruf auch behalten. Einer der Jugendlichen hatte jedenfalls ein Einsehen und entschuldigte sich am Tag danach bei der Eigentümerin.

Verstöße wie diese von den Jugendlichen haben jedenfalls Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft zur Folge. „Auch die Gerichte nehmen das ernst“, betont Kronister. Das Verständnis und die Disziplin innerhalb der Bevölkerung seien aber weiterhin gut. Die Exekutive im Bezirk kontrolliert ebenfalls laufend die Einhaltung der Covid-19-Maßnahmenverordnung. „Es werden täglich Quarantäneüberprüfungen sowie Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangsregelung und des Abstands durchgeführt“, informiert Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler. Ebenso würden Gastronomiebetriebe und Vereinslokale überprüft.

„Das ist absoluter Schwachsinn“

Kurioses gibt es jedenfalls von Einträgen in Social-Media-Plattformen zu berichten. Dort wurde ein Gerücht verbreitet, wonach Angehörige von Verstorbenen Geld angeboten bekommen hätten, wenn sie behaupteten, der Verwandte wäre an Covid-19 verstorben. „Das ist absoluter Schwachsinn“, heißt es sowohl aus dem Magistrat St. Pölten als auch von der BH. Gleiches gelte auch für das Gerücht, wonach die Gemeinden die Begräbniskosten eines verstorbenen Covid-19-Patienten übernehmen würden.