Der Schattenkönig und die Dämmerung

Erstellt am 23. Dezember 2014 | 14:03
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
stp52kultur-schattenkönig
Foto: NOEN
Musiker Gerald Huber und Autorin Ivana Rauchmann haben ein kluges Stück mit einnehmender Musiker auf die Bühne gebracht.

Ein nachdenklich stimmendes und dennoch pfiffiges, humorvolles Schauspiel haben Musiker Gerald Huber als Schattenkönig und Autorin Ivana Rauchmann auf die frei:raum-Bühne gebracht.

"Gottes Experiment mit den Menschen"

Unter dem Titel „Götterdämmerung feat. Schattenkönig“ kommentiert letzterer mit mehr als gelungenen Songs in deutscher Sprache sowie Zitaten aus der Medienwelt und Sounds das Geschehen auf der Bühne. Und das dreht sich um Gottes Experiment mit den Menschen – mit einem freien Willen bestückt –, das aus der Sicht des Galaktischen Rates fehlgeschlagen scheint. Blinder Egoismus, monströse Streitsucht und „selbstlose“ Angepasstheit seien die Früchte dieses göttlichen Versuches auf der Erde.

Stück ist ein spannendes und kluges Spiel mit Konventionen, Erwartungen und Eitelkeiten

Weil Gott und der „Chef“ eines benachbarten Planeten herausfinden wollen, wer die Erde zerstört hat, laden sie drei Vertreter der Spezies – einen Schauspieler, der nur von Marktwert spricht, eine angepasste Frau unter ihrem „Bürgerlichkeitskondom“ und eine Künstlerin auf einem Ego-Trip – vor. Letzten Endes kommen sie überein, dass sie alle den Untergang der Erde zu verantworten haben. Genau diese Conclusio macht aus dem Stück ein spannendes und kluges Spiel mit Konventionen, Erwartungen und Eitelkeiten. Regisseurin Rauchmann hält mit ihren Texten der Gesellschaft einen Spiegel vor und Musiker Gerald Huber ist der musikalische Eulenspiegel, der wunderbar über die Schattenseiten des modernen, frei-willigen Menschen räsoniert.