Die Macht der Dialoge. Ulrich Reinthaller und Barbara Pachl-Eberhart führten an fünf Tagen mit hochkarätigen Gästen Dialoge zwischen Kunst und Wissenschaft.

Von Nadja Straubinger und Markus Glück. Erstellt am 16. Juli 2014 (09:01)
NOEN, Straubinger/Glück
Waren beim VIP-Empfang im Dialogikum Phönixberg zu Gast: Ernest Kienzl, Historiker Siegfried Nasko, Renate Kienzl, Antiquitäten-Händler Josef Renz und Dieter Gruberbauer.
Mit Ehrengästen aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft eröffnete der Schauspieler und Gründer des Dialogikum Phönixberg Ulrich Reinthaller gemeinsam mit Barbara Pachl-Eberhart das zweite Dialogikum im Pielachtal. In diesem Jahr ging man an insgesamt fünf Tagen den Fragen der Menschlichkeit im Spannungsfeld zwischen „Mystik, Kunst und Wissenschaft“ nach.

Ziel der Veranstaltung ist es, Dialoge mit dem gesamten Pielachtal und darüber hinaus zu führen. „Ich bin stolz darauf, dass uns die Tal-Gemeinschaft unterstützt und uns auch die Möglichkeit zum Wachsen gibt“, so Reinthaller in seinen Eröffnungsworten im Rabensteiner Gemeindezentrum.

„Wichtig ist es nicht nur Dialoge nach außen, sondern auch nach innen zu führen. Die wenigsten widmen sich der Seele.“ Walter Kohl, Redner

Gratulationen für die Veranstaltungsreihe gab es auch von Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann: „Von Reinthaller und Pachl-Eberhart ist ein enormes Arbeitspensum bewältigt worden. Wir erleben, Dank ihrem Einsatz, eine große Bühne im Pielachtal.“

Der Neo-Pielachtaler und Leiter der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich Hermann Dikowitsch sagt dem Projekt eine große Zukunft voraus: „Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und das Dialogikum ins Leben gerufen.“ An fünf Tagen stand dann der Dialog von Ober-Grafendorf bis Frankenfels mit Seminaren und Abendveranstaltungen im Mittelpunkt.

Die hochkarätig besetzte Veranstaltungsreihe wurde durch den Vortrag „Kraftquelle Lebensfreude – mehr Leben und weniger gelebt werden“ von Key-Speaker Walter Kohl eröffnet. Der Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl führt seit 2005 gemeinsam mit seiner Frau einen deutsch-koreanischen Zulieferer für die Automobilindustrie. Durch eine Lebenskrise im Jahr 2002, während der er einen Suizid überlegte, entdeckte er für sich neue Kraft durch den Weg der Versöhnung. „Wichtig ist es nicht nur Dialoge nach außen, sondern auch nach innen zu führen“, erklärt Kohl im gut gefüllten Veranstaltungssaal.

Zuhörer wurden mit Dialogen eingebunden

Ziel sei, laut Kohl der Friede: „Erst wenn man Frieden hat, ist man für Freundschaft bereit.“ Zudem warnt Kohl davor, sich nicht mit der eigenen Seele zu beschäftigen. Um den Begriff des Dialogikums auch in die Veranstaltung zu tragen, führte er keinen Frontalvortrag, vielmehr wurden die Zuhörer mit Dialogen in die Thematik eingebunden. „Was ich erzähle, ist meine Meinung, mich interessiert die Meinung jedes anderen im Saal“, erklärte Kohl diesen Schritt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein dialogisches Chill-Out mit den Veranstaltern am Phönixberg.