Vor Frost schlägt App der HTL St. Pölten Alarm. Techniker entwickelten Überwachungssystem für Obst. Produzent spart sich Kontrollfahrten.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 24. Mai 2019 (15:08)
Röhrer
Josef Kaiser und Emira Bajramović entwickelten mit Daniel Asch (l.) ein Überwachungssystem für Obstgärten. Johannes Buchinger (r.) ist begeistert.

„Ich kann jetzt ruhiger schlafen“, ist Johannes Buchinger erleichtert. Begeistert präsentiert er die von HTL-Schülern entwickelte App, mit der er auf seinem Handy zu jeder Zeit und an jedem Ort Daten zu seinen Bio-Obstgärten abrufen kann. Diagramme zeigen die Entwicklung von Temperatur und Niederschlag sowie die Blattfeuchte seiner Pflanzen.

„Ich kann jetzt ruhiger schlafen“

Zu verdanken hat der Ratzersdorfer die ruhigeren Nächte Emira Bajramović und Josef Kaiser. Das Duo von der Abendschule der Abteilung für Elektrotechnik entwickelte in Hinblick auf die Industrie 4.0 ein Überwachungs- und Alarmsystem, um Frostschäden zu vermeiden. In Buchingers Plantage wurde dafür eine Wetterstation aufgebaut.

Dort werden die Daten gemessen und direkt per GSM-Modem zum Server übermittelt. Bevor die Temperaturen in den Frost-Bereich fallen, schlägt das System Alarm.

Buchinger kann dann rechtzeitig Maßnahmen setzen – und bald auch andere Landwirte, wie die Schüler hoffen. „Vor dieser Erfindung habe ich ganze Nächte damit verbracht, von einem Obstgarten zum anderen zu fahren, um die Temperaturen zu überprüfen“, erzählt der Obst-Produzent.

„Die Wärme, die beim Übergang des Wassers vom flüssigen in festen Aggregatszustand frei wird, beheizt die Pflanze“

Bei der Frostabwehr gilt es, keine Zeit zu verlieren: Buchinger setzt auf Überkronenbewässerung. Auf der Oberfläche der Pflanze muss Buchinger für eine Eisschicht sorgen, um sie vor Erfrierungen zu schützen. „Die Wärme, die beim Übergang des Wassers vom flüssigen in festen Aggregatszustand frei wird, beheizt die Pflanze“, erklärt Diplomarbeitsbetreuer Daniel Asch.

Einen Vorteil sieht der Lehrer nicht nur für den einzelnen Landwirt, sondern die gesamte Umwelt: „Durch die Überwachung entfallen die Kontrollfahrten, womit auch CO-Emissionen eingespart werden.“ Stolz auf ihr Projekt sind auch die Maturanten: „Es ist schön, dass wir etwas Sinnvolles machen konnten“, meinen sie.