Domplatz bleibt im Kreuzfeuer der Politik

Erstellt am 29. Juni 2015 | 09:03
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Domplatz St. Pölten
Foto: NOEN, Koutny
VP wettert gegen „untragbare Pläne von Stadler und Wildburger“. Die Anwürfe entbehren für die beiden jeder Grundlage.

Der Domplatz bleibt nach den Querelen der Vorwoche (die NÖN berichtete) weiter im Kreuzfeuer politischer Attacken. Diesmal ergriffen die Gemeinderäte Mario Burger und Josef Brader das Wort: Für sie sind die „Pläne von Stadler und Wildburger untragbar“.

Der Bürgermeister und der Plattform-Obmann würden den Innenstadt-Besuchern künftig das Parken verbieten wollen. Den Beteiligungsprozess bezeichnen die VP-Mandatare als Farce. Sie sind überzeugt, Stadler und Wildburger seien sich „im stillen Kämmerlein längst über die Zukunft des Platzes einig“. Und die ranke sich um eine leere Stein- und Betonfläche ohne Parkplätze sowie einen Dauermarkt, der „den Bauern aus der Region die Teilnahme verunmögliche“.

Und VP-Stadträtin Ulrike Nesslinger schießt nach: „Stadler und Wildburger streuen der Bevölkerung Sand in die Augen.“ Die beiden würden daran arbeiten, dass der Platz künftig autofrei werde. „Entgegen aller Beschlüsse.“ Das habe auch die Plattform 2020-Veranstaltung bewiesen, meint Nesslinger, die beim Infoabend (siehe Seite 11) Parteipolitik wähnte.

„Behauptungen sind kontraproduktiv“ 

„Kontraproduktiven Unsinn“ nennt Plattform-Obmann Josef Wildburger Burgers und Braders Behauptungen. Ein Dauermarkt ohne regionale Marktbeschicker und eine leere Betonfläche kämen in keinem Entwurf vor. Das Dom- und Marktviertel werde unter Einbeziehung der betroffenen Wirtschaft und Nutzer wirtschaftsfördernd entwickelt. Der Markt werde als Regionalmarkt nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil weiterentwickelt und ergänzt.

Über die Anwürfe von Ulrike Nesslinger kann sich Wildburger nur wundern. Er müsse beim Infoabend eine Doppelgängerin angetroffen haben: „Bei der Veranstaltung, die ich besucht habe, kann sie ja nicht gewesen sein.“ Dort sei nämlich sachlich über die Grabungen am Domplatz und das gewonnene Wissen erzählt worden. Kurzfristig gebe es zwar hohen Kosten und Behinderungen. „Mittel- und langfristig heben wir aber einen Schatz.“ Der auch wirtschaftlich relevant sei.

„Ein Dauermarkt mit auswärtigen Großanbietern ist ebensowenig unser Ziel wie ein völlig autofreier Domplatz“, reagiert auch SP-Bürgermeister Matthias Stadler auf die VP-Kritik. Es gehe nur darum, zusätzliche Anbieter an den Domplatz zu holen.

Die Stadt agiere in ihrer Kommunikation der Grabungen und Planungen professionell. Die VP hingegen verbreite „fast täglich unrichtige Horrormeldungen“. Im Partizipationsprozess dürfe es keinen Maulkorb geben, der neu gestaltete Platz müsse schließlich von einer großen Mehrheit getragen werden. „Viele Bürger finden das Verhalten der VP äußerst kurzsichtig. Und wie ich bei einer Veranstaltung den Leuten Sand in die Augen streuen kann, wenn ich nicht einmal dort war, ist mir überhaupt schleierhaft.“