Graben und planen für neuen Domplatz

Erstellt am 29. September 2016 | 07:19
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Baudirektor Kurt Rameis, Bürgermeister Matthias Stadler und Archäologe Ronald Risy blicken von der Aussichts-plattform auf die ausgegrabene Andreaskapelle.
Foto: NOEN, Josef Vorlaufer
Archäologischen Grabungen brachten heuer fast 2.000 Skelette und interessante Erkenntnisse ans Licht und in die Gegenwart.

Die Idee mit dem Glaskubus als Ausstellungsort der archäologischen Funde auf dem Domplatz hat Bürgermeister Matthias Stadler noch nicht begraben: „Wir sind mit der
Diözese in guten Gesprächen und ich bin zuversichtlich, dass wir eine attraktive Lösung finden werden“, sagt der Stadtchef angesichts der aufsehenerregenden Funde in Österreichs größter innerstädtischer Grabungsstätte.

„Der Domplatz soll so gestaltet werden, dass er für Touristen und für St. Pöltner anziehend ist.“
 

Bürgermeister Matthias Stadler

Bis die endgültigen Pläne für die Neugestaltung des Domplatzes präsentiert werden können, wird es allerdings noch ein bisschen dauern. 2018 werden die Grabungen abgeschlossen sein, erst dann wird klar sein, wie der zentrale Platz ausgestaltet wird: „Wir wollen einen Domplatz schaffen, der sieben Tage in der Woche das ganze Jahr über attraktiv genutzt werden kann und für St. Pöltner und Touristen gleichermaßen anziehend ist“, so Stadler.

Römische Gebäude und romanische Kapellen

Gegraben wurde heuer an drei verschiedenen Stellen: Im Frühjahr kamen vor dem Domturm Reste von Aelium Cetium zum Vorschein, und zwar die Überbleibsel der Säulenhalle des römischen Verwaltungspalastes.

Im Süden des Platzes wurden ein mittelalterlicher Entwässerungsgraben und eine Straße freigelegt, außerdem die Fußbodenheizung eines großen römischen Gebäudes.

Die über 500 Quadratmeter große jetzt noch offene Grabungsfläche zeigt die aus historischen Quellen bekannte Doppelkapelle, bestätigt Grabungsleiter Ronald Risy. „Interessant ist, dass die eigentliche Mauer der romanischen Kapelle bis tief ins Fundament abgetragen und das Steinmaterial anderweitig verwendet – also recycelt – wurde“, so Risy.

Im nächsten Jahr wird dann noch untersucht, was sich im Norden unter dem Platz verbirgt, der Kebapstand dort übersiedelt an den Bischofsteich (die NÖN berichtete).