Das Wasser kam in St. Pölten wieder. Den Starkregen begleiteten Sturm und viele Blitze, die Feuerwehren und Betriebe forderten.

Von Max Steiner. Erstellt am 05. August 2020 (03:33)

Der Regen sorgt in St. Pölten derzeit nicht nur für lange Gesichter bei den Sommerurlaubern daheim. Besonders folgenreich war das Unwetter, das in der Nacht auf vergangenen Mittwoch mit Sturm und Blitzen heranbrauste.

Von den 270 in der Bezirksalarmzentrale in diesen Stunden gemeldeten Notfällen wurden alleine hundert in der Landeshauptstadt verzeichnet. In Waitzendorf sprengte ein Blitzschlag den Kamin eines Hauses regelrecht weg und riss das halbe Dach mit. In Viehofen stürzte ein Baum auf ein Auto. Das Unwetter hatte auch unliebsame Folgen für das Cityhotel D&C mitten in der Stadt. „Der Sturm ist aus Norden herangebraust und hat das Blechdach zwischen Alt- und Neubau wie eine Sardinendose aufgerollt, dann ist jede Menge Wasser reingeströmt“, schildert Direktor Walter Jahn. Glück im Unglück: Verletzt wurde niemand und der historische Stadtsaal blieb unversehrt. Im Vorraum müssen Dach, Decke und Fußboden erneuert werden. „Der Hotel- und Seminarbetrieb sind nicht betroffen“, betont Walter Jahn.

Rückhaltebecken für Harland, Pottenbrunn

In Spratzern war der Eurospar bis zum Wochenende geschlossen. Dort hat es einen Wassereintritt gegeben, erklärt Spar-Pressesprecher Hannes Glavanovits. Teile der Rigips-Decke seien aufgeweicht gewesen. Man sei anscheinend stärker betroffen gewesen als die Nachbarn. Montag war die Filiale wieder offen.

Zittern bei starkem Regen heißt es in St. Pölten vor allem in St. Georgen, Harland und Pottenbrunn. Hier kämpften die Feuerwehren in den letzten Tagen immer wieder gegen die Wassermassen, säuberten Straßen und pumpten Keller und Gebäude aus. In St. Georgen stand neben vielen Kellern ein Pferdehof unter Wasser. Auch zu einem gefluteten Industriebetrieb in der Ghegastraße musste die Feuerwehr ausrücken.

In der Salcherstraße in Harland waren zehn Keller überflutet. Die Feuerwehr Stattersdorf rückte außerdem zu einem umgestürzten Baum aus. Das im Vorjahr errichtete Regenrückhaltebecken des Harlanderbaches hat laut Magistrat bereits einiges an Überflutungen verhindert. Bei den kleinräumigen Überflutungen seien durch Agrarmaßnahmen in Altmannsdorf/Zuleithen mit weiteren Rückhaltebecken größere Schäden verhindert worden. Zusätzlich plant die Stadt aber noch ein Regenrückhaltebecken in der verlängerten Bachfeldgasse.

Zwölf Einsätze in vier Stunden gab es in Pottenbrunn. Dort hat sich Niederschlagswasser im Bereich des Friedhofs bis an die Pottenbrunner Hauptstraße ausgebreitet. Im Herbst soll hier der Bau eines bereits bewilligten und geförderten Regenrückhaltebeckens erfolgen, bestätigt der Magistrat.